Samstag, Juni 25, 2022
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Moskau: „Russischer McDonald’s“ eröffnet erste Filialen

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EWenige Wochen nachdem sich die US-Fastfood-Kette McDonald’s endgültig aus Russland zurückgezogen hat, eröffnen die ersten Restaurants unter ihrem neuen russischen Besitzer. Insgesamt 15 Filialen in Moskau und Umgebung sollen an diesem Sonntag wieder Gäste empfangen – unter neuem Namen und Logo, aber an den gleichen Standorten, mit dem gleichen Personal und nahezu identischen Gerichten.

Als Reaktion auf den von Kreml-Chef Wladimir Putin angezettelten Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte McDonald’s Anfang März nach über 30 Jahren sein Geschäft in Russland vorübergehend geschlossen. Wie einige andere internationale Unternehmen zog sich der Konzern später endgültig aus dem flächenmäßig größten Land der Erde zurück, wo er mit 62.000 einheimischen Mitarbeitern einer der wichtigsten Arbeitgeber war. Lediglich an Bahnhöfen und Flughäfen sollen einzelne Restaurants wegen nicht leicht kündbarer Franchise-Sonderverträge zunächst unter dem US-Logo weitergeführt werden.

Neuer Besitzer der russischen Kette ist Alexander Gowor, der bis vor kurzem 25 McDonald’s-Filialen in Sibirien betrieb. Nun hat der Unternehmer auch die anderen bundesweit 825 Standorte für einen nicht genannten Preis gekauft – und will sie nach eigenen Angaben alle innerhalb von zwei Monaten wiedereröffnen.

Das Comeback von McDonald’s im neuen, russischen Gewand ist seit Tagen ein heiß diskutiertes Thema in Russlands sozialen Netzwerken. Die Regierungszeitung „Rossiyskaya Gazeta“ widmete dem „russischen McDonald’s“ kürzlich sogar eine ganze Seite.

Das große Interesse hat auch damit zu tun, dass McDonald’s für viele Russen eine geradezu historische Bedeutung hat: Die Eröffnung der ersten McDonald’s-Filialen Anfang der 1990er Jahre war auch in Russland ein Zeichen des Aufbruchs und Aufbruchs, bevor sich damals die Restaurants formierten 500 Meter lange Schlangen. Entsprechend stehen die Schließungen symbolisch für die verhärteten Fronten zwischen Moskau und dem Westen.

Laut McDonald’s hat der neue Eigentümer Gowor, der einst in der Bergbau- und Ölindustrie sein Vermögen gemacht hat, vertraglich vereinbart, die bestehenden Mitarbeiter für mindestens zwei Jahre zu denselben Bedingungen zu behalten.

Inzwischen darf Gowor die McDonald’s-Markensymbole nicht mehr verwenden. Und so wurden in den vergangenen Tagen und Wochen nach und nach alle gelben Ms aus russischen Restaurants entfernt. Und wer die russische McDonald’s-Homepage aufruft, landet auf einer Seite namens „Skoro tut budut Burger“: „Hier gibt es bald Burger“. Das neue Logo der Kette besteht Medienberichten zufolge aus einer roten Kugel und zwei gelben Linien, es soll einen Burgerpatty und zwei Pommes darstellen. Der neue Name ist noch nicht bekannt.

Darüber hinaus soll sich für russische Verbraucher aber möglichst wenig ändern. Die Gerichte sehen – zumindest auf den Fotos der Online-Speisekarte – fast identisch mit den alten aus. Und die Tatsache, dass McDonald’s in Russland seine Produkte zuvor von russischen Bauern bezogen hat, sollte dafür sorgen, dass sie weiterhin ähnlich schmecken. Nur: Der Burger „Filet-o-Fish“ heißt jetzt „Fish Burger“, der Hamburger „Royal“ wird zu „Grand“ und der „Double Royal“ wird zu „Double Grand“.

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