Sonntag, August 14, 2022
StartWIRTSCHAFTNach Corona-Abstinenz: Deutsche Urlauber stürmen die Strände der Türkei

Nach Corona-Abstinenz: Deutsche Urlauber stürmen die Strände der Türkei

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NNach zwei Jahren Corona-Flaute erlebt der Tourismus in der Türkei wieder einen deutlichen Aufschwung. Das freut die Regierung, die in der Wirtschaftskrise ihre geplanten Deviseneinnahmen erhöht. Viele haben Anteil am Aufschwung – allen voran die Deutschen.

Bereits im Frühjahr hofften Reiseveranstalter, die alten Rekordzahlen von mehr als fünf Millionen Besuchern aus Deutschland wiederholen zu können. Das bestätigen nun die Halbjahreszahlen des türkischen Tourismusministeriums. Mit mehr als zwei Millionen Einträgen bis Ende Juni legten fast viermal so viele Besucher einen deutschen Ausweis vor wie im Vorjahr. Jeder achte der 16,4 Millionen Gäste kam aus Deutschland. Und dann stand die große Sommerreisewelle mit dem starken dritten Quartal vor der Tür.

Auf den anderen Plätzen folgten 1,5 Millionen Russen und 1,3 Millionen Briten. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der britischen Besucher um das 25-fache, die der Gäste aus Russland (wo Corona 2021 nicht mehr so ​​ernst genommen wurde) nur verdoppelt. Dies ist auch eine Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine, der aufgrund westlicher Sanktionen Flugverbindungen in die Türkei erschwert. Vor diesem Hintergrund erscheint es unwahrscheinlich, dass in diesem Jahr wieder 4,7 Millionen russische Gäste kommen werden.

Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy hofft nun auf 47 Millionen statt der bisher erwarteten 42 Millionen Gäste. Das wäre fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Ersoy geht es nicht um die Statistik, sondern um Deviseneinnahmen.

Denn der Tourismus in seinen vielfältigen Formen wie Städte-, Familien- oder Studienreisen ist eine der wichtigsten Devisenquellen des Landes. Gesundheitstourismus mit Schönheits- und Haaroperationen wird nicht nur in Europa beworben. Wohlhabende Paare aus den Golfstaaten, Indien, Pakistan und Aserbaidschan veranstalten ihre spektakulären Hochzeitsfeiern zunehmend in der Türkei, sagen Branchenvertreter und hoffen auf 500 Millionen Dollar Umsatz.

Tourismusminister Ersoy seinerseits beziffert die Tourismuseinnahmen jetzt auf 37 Milliarden Dollar statt der zuvor erwarteten 35 Milliarden Dollar. Die Deutsche Bank hält sogar 40 Milliarden Dollar für möglich. Der Betrag wird jedoch durch die Energierechnung, die sich auf 100 Milliarden Dollar verdoppelt hat, deutlich überkompensiert.

„Das letzte Quartal des Jahres dürfte für die Lira aufgrund des saisonalen Rückgangs der Tourismuseinnahmen und steigender Energieimporte besonders herausfordernd werden“, schreibt die Bank. Bereits zur Jahresmitte hatte die Lira an Boden verloren. Mit rund 18 Lira muss man für einen Euro oder Dollar so viel Landeswährung bezahlen wie noch nie.

Für europäische Urlauber, die ihre Einkäufe vor Ort in Lira bezahlen, kann trotz einer jährlichen Inflation von zuletzt knapp 80 Prozent hier und da noch ein Schnäppchen gemacht werden. Für viele Türken hingegen wird der Urlaub im eigenen Land angesichts der doppelten Kosten immer unbezahlbarer.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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