Donnerstag, Januar 27, 2022
StartWIRTSCHAFTNach Hinweisen auf Zensur gibt das BSI Entwarnung für Xiaomi-Smartphones

Nach Hinweisen auf Zensur gibt das BSI Entwarnung für Xiaomi-Smartphones

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Eine Warnung aus Litauen veranlasste das zuständige Bundesamt dazu, die Geräte des chinesischen Herstellers Xiaomi genau unter die Lupe zu nehmen. Nach mehrmonatigem Test konnten die Experten jedoch keine Sicherheitslücken finden. Das Unternehmen sieht sich bestätigt.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat bei Xiaomi-Smartphones keine Sicherheitslücken oder Hinweise auf Zensurfunktionen entdeckt. Das teilte die Behörde mit. Das BSI hatte die Geräte aus China bereits seit mehreren Monaten untersucht, weil die litauische Cyberabwehr zuvor vor Sicherheitslücken und eingebauten Zensurfunktionen in chinesischen Handys gewarnt hatte. Die Litauer bezogen sich speziell auf das Modell Xiaomi Mi 10T 5G.

Der BSI-Sprecher erklärte, das BSI habe bei der Untersuchung „relevanter Geräte“ keine Auffälligkeiten festgestellt. Es wurde auch keine Übertragung von Filterlisten gefunden. Daher sind bezüglich der Xiaomi-Smartphones keine weiteren Recherchen oder sonstigen Maßnahmen erforderlich. Die Ergebnisse der Ermittlungen beziehen sich auf Deutschland.

Ein Sprecher von Xiaomi begrüßte die BSI-Stellungnahme. Die Ergebnisse der Untersuchung bestätigten Xiaomis Engagement für transparente und verantwortungsvolle Geschäftsabläufe, bei denen der Datenschutz und die Sicherheit der Kunden oberste Priorität haben. „Es hat sich gezeigt, dass wir alle EU- und nationalen Datenschutz- und Sicherheitsgesetze sowie alle geltenden EU-Standards für unsere Produkte einhalten.“

Im September empfahl das litauische Verteidigungsministerium den Verbrauchern, den Kauf chinesischer Mobiltelefone zu vermeiden oder bereits gekaufte Geräte loszuwerden. Laut der litauischen Agentur für Cybersicherheit wurden in Xiaomi-Smartphones eingebaute Zensurfunktionen gefunden, sowie eine Sicherheitslücke in bestimmten Telefonen des chinesischen Herstellers Huawei.

Die in Europa verkauften Xiaomi-Handys würden Begriffe wie „Freies Tibet“, „Es lebe Taiwans Unabhängigkeit“ oder „Demokratiebewegung“ erkennen und zensieren, teilte die Behörde im Sommer mit. Xiaomi hatte die Vorwürfe stets bestritten. Der Hersteller erklärte damals, er nutze eine Software, um Verbraucher vor bestimmten Inhalten wie Pornografie zu schützen, und bezeichnete das Vorgehen als branchenübliche Maßnahme. Xiaomi ist eines der weltweit größten Smartphone-Unternehmen. Auch in Deutschland sind die Mi-Geräte von Xiaomi sehr beliebt.

Die Beziehungen zwischen Litauen und China sind seit langem angespannt. Die Eröffnung der Repräsentanz der taiwanesischen Regierung in Vilnius – der ersten in Europa – sorgte für Ärger. China betrachtet die Inselrepublik als Teil der Volksrepublik und übt auch Druck auf Unternehmen wie den Autozulieferer Continental aus, keine in Litauen hergestellten Komponenten mehr zu verwenden.

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