Sonntag, Januar 23, 2022
StartWIRTSCHAFTNachhaltige Versandkartons Das Gründerehepaar setzt auf grüne Logistik

Nachhaltige Versandkartons Das Gründerehepaar setzt auf grüne Logistik

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Das Gründerehepaar hinter Sendmepack möchte Versandverpackungen nachhaltiger gestalten. Im Interview erzählen die beiden, wie ihr Modell funktioniert, wie viel CO₂ sich damit vermeiden lässt und ob diese Konstellation manchmal zu Spannungen führt.

Philip, zusammen mit Michelle hast du ein Unternehmen für nachhaltigere Verpackungslösungen gegründet – was steckt dahinter?

Philip Bondulich: In der Tat, als ich vor sieben Jahren einen Online-Händler betreute, der bei Google negative Bewertungen erhielt, weil er der Umwelt zuliebe seine Ware in gebrauchten Kartons verschickte. Damals dachte ich mir: Wenn er diesen Grund genauso kommunizieren würde, hätten die meisten kein Problem mehr damit.

Sie sind nicht nur Geschäftspartner, sondern auch Lebenspartner. Bitte kurze Einordnung: Läuft es rund oder sorgt es für Spannung?

Michelle Reed: Wir ergänzen uns einfach – privat wie beruflich. Der Philips-Hintergrund als diplomierter Kommunikationsdesigner ist ein echter Vorteil, besonders wenn ich eine Idee habe und diese sofort umgesetzt haben möchte. Meine Stärke liegt im Bereich Vertrieb: Ich habe kein Problem damit, Menschen anzurufen und für unser Projekt zu begeistern.

Das klingt nach Old School: Ist Kaltakquise immer noch der beste Weg, um Kunden zu gewinnen?

Michelle: Es gibt verschiedene Wege. Eines ist ein herzliches Intro, das oft Erfüllungsgehilfen dazu bringt, sich an uns zu wenden, weil wir etwas Neues machen, das Interesse und Aufmerksamkeit in der Branche hervorrufen wird. Klassische Kaltakquise gehört natürlich auch dazu!

Kommen wir zu Ihrer Lösung selbst – wie funktioniert das Modell, das Sie bei Sendmepack gebaut haben?

Philip: Unsere Mitarbeiter haben ihre eigenen Arbeitsplätze direkt beim Fulfiller, wo sie die Versandverpackung vorbereiten. Das bedeutet, dass die Kartons geprüft und aufbereitet werden, bevor sie einen individuellen QR-Code und unser Etikett erhalten. Wenn die Empfänger ihre Bestellung erhalten, können sie den QR-Code in unserer App überprüfen, um unter anderem zu sehen, in welcher Stadt das Paket war.

Michelle: Und auch, wie viel CO₂ durch die Verwendung eines Sendmepacks eingespart wurde. Diese Vorgänge sieht man von außen nicht – daher sind wir für den Onlineshop in erster Linie ein Anbieter von Versandverpackungen, bei denen Sie Kartons ab 20 Stück kaufen können. Aber wir wollen in Zukunft noch mehr tun. Zum Beispiel den Kreislauf für Endkunden schließen, indem sie ihre Pakete bei Kooperationspartnern abgeben können.

Können Sie eine ungefähre Einstufung geben, wie viele Kartons in Logistikzentren weltweit eingespart werden könnten?

Michelle: Aufgrund erster Erfahrungen können wir abschätzen, wie viel jeder Partner anfällt. Aber was wir letztendlich daraus retten können, ist unterschiedlich. Generell lässt sich sagen, dass rund 90 Prozent aller Kisten, die einmal im Umlauf waren, wiederverwendet werden können.

Philip: Und dann kann man rechnen: Allein in Deutschland sind es vier Milliarden Sendungen pro Jahr. Wenn Sie 90 Prozent davon sparen, sind das viele Bäume, die nicht gefällt werden müssten, um neue Kisten herzustellen.

Wie viel CO₂ soll damit vermieden werden? Und welche Ressourcen werden zusätzlich eingespart, was bringt das?

Michelle: Die Produktion einer kleinen Schachtel stößt etwa 260 Gramm CO₂ aus, dazu werden pro Schachtel etwa vier Liter Wasser benötigt. Wenn Sie das auf 3,7 Milliarden Kartons hochrechnen, bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie viele Ressourcen verbraucht werden. All diese Parameter addieren wir, sodass wir in einem Jahr sagen können: Wir haben Millionen Kisten eingespart, was so vielen Litern Wasser, Holz und CO₂ entspricht.

Dieses Interview erschien zuerst auf Business Punk.

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