Montag, November 29, 2021
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Neue Corona-Regeln: Italien führt den „supergrünen Pass“ ein

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EINAuch wenn Italien in diesem Jahr vergleichsweise erfolgreich gegen Covid-19 kämpft, kommt das Land nicht um eine Verschärfung der Maßnahmen im Herbst 2021 herum. Am Mittwochabend präsentierten Ministerpräsident Mario Draghi, Gesundheitsminister Roberto Speranza und die für die Regionen zuständige Ministerin Mariastelle Gelmini neue Einschränkungen. Sie bestehen hauptsächlich aus härteren Bedingungen für Ungeimpfte.

So wird beispielsweise das bisher gültige 3-G-Zertifikat durch einen strengeren „Green Pass“ – in der Presse „Super Green Pass“ genannt – ersetzt, der erst nach Impfung oder Genesung erhältlich ist und ab Dezember vielerorts nicht mehr erhältlich ist 6. negative Tests. Bei Kultur- und Sportveranstaltungen, in geschlossenen Räumen von Bars und Restaurants, in Diskotheken sowie bei Partys und öffentlichen Feiern ist dies künftig Pflicht. Die Regierung betont, dass der „erweiterte“ grüne Pass es geimpften und geheilten Menschen ermöglicht, solche Veranstaltungen und Orte weiterhin zu besuchen. Der Pass ist nicht mehr zwölf Monate gültig, sondern nur noch neun Monate.

Gleichzeitig müssen die Italiener den bisherigen grünen Pass, das klassische 3-G-Zertifikat, ab dem 6. Die neue Maßnahme wird Hunderttausende Reisende betreffen, insbesondere Pendler, die täglich öffentliche Verkehrsmittel nutzen, um zur Arbeit zu gelangen.

Auch die bisher für Gesundheits- und Bildungspersonal geltende Impfpflicht wird ausgeweitet: Sie gilt künftig auch für Verwaltungspersonal im Gesundheitswesen und im Schulbereich sowie für Militär, Polizei und Rettungsdienste . Alle Beschäftigten in Gesundheitsberufen müssen ab Mitte Dezember eine dritte Impfung durchführen lassen. Die Regierung verspricht nun verstärkte Kontrollen, die bisher nicht immer erfolgt sind.

Freiheiten für Geimpfte sollen nach Möglichkeit bestehen bleiben. In den Regionen mit vergleichsweise geringer Inzidenz und Krankenhausbelastung („weiße Zonen“) ist das Tragen einer Maske im Freien vorerst nicht erforderlich. In den stärker betroffenen Regionen („Gelb“, „Orange“ und „Rot“) müssen die Menschen hingegen auch im Freien Masken tragen. Gesundheitsminister Speranza erklärte auch, dass sich ab dem 1. Dezember jeder über 18 für eine Auffrischimpfung anmelden kann, wenn seit dem Abschluss des ersten Impfzyklus fünf Monate vergangen sind.

Italien hat sehr früh begonnen, Gesundheitspersonal und später auch Personal in Schulen und Kindergärten zu impfen. Ein 3-G-Zertifikat am Arbeitsplatz gilt seit Mitte Oktober für alle. Damit gehört das Land bei den Impfraten zu den Spitzenreitern in Europa und rangiert bei Inzidenzen und Krankenhauseinweisungen dahinter.

Allerdings sind einzelne Regionen Italiens Ausreißer, allen voran Südtirol, wo bislang vergleichsweise wenig geimpft wurde. Es gilt nun wieder die Maskenpflicht im Freien. Tanzveranstaltungen sind verboten, Restaurants und Bars schließen um 18 Uhr. In zwanzig Gemeinden mit hohen Inzidenzraten und niedrigen Impfraten trat am Mittwoch eine Ausgangssperre von 20 bis 5 Uhr in Kraft.

Draghi sagte am Abend, dass „die Situation in Italien jetzt unter Kontrolle ist“. Das Land stehe da besser da als viele andere, „dank der Impfkampagne, die ein bemerkenswerter Erfolg war“. Aber die Lage in den Nachbarländern Italiens ist sehr ernst. „Wir sehen auch, dass sich unsere Situation leicht, aber stetig verschlechtert.“ Auch Gesundheitsministerin Speranza will Kinder im Alter zwischen 5 und 11 Jahren impfen – ab wann steht noch nicht fest, die Ministerin rechnet aber mit einem Starttermin im Dezember.

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