Dienstag, August 16, 2022
StartWIRTSCHAFTNeun Milliarden Euro fehlen: Viele italienische Unternehmen zahlen keine überhöhten Gewinnsteuern

Neun Milliarden Euro fehlen: Viele italienische Unternehmen zahlen keine überhöhten Gewinnsteuern

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vViele italienische Energiekonzerne haben offenbar eine erste Zahlung einer bis Ende Juni fälligen überschüssigen Gewinnsteuer abgelehnt. Der Regierung fehlen Einnahmen von mehr als neun Milliarden Euro, heißt es in einem Dokument des Finanzministeriums in Rom, das der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlag.

Zwischen 10 und 11 Milliarden Euro sollen durch eine 25-prozentige Überschusssteuer von Energiekonzernen eingenommen werden, die von den drastisch gestiegenen Öl- und Gaspreisen profitiert haben. Ministerpräsident Mario Draghi will einen Teil des im Januar geschnürten Hilfspakets in Höhe von 33 Milliarden Euro finanzieren, um Unternehmen und Haushalte zu entlasten, die von hohen Strom-, Gas- und Treibstoffkosten betroffen sind.

Im Rahmen der Regelung hätten Produzenten und Verkäufer von Strom, Erdgas und Erdölprodukten bis Ende Juni eine Anzahlung von 40 Prozent leisten müssen. Der Rest wäre dann bis November fällig. Eine Aktualisierung der Steuerprognosen für das Halbjahresbudget erfolgt im Treasury-Dokument. Demnach fallen die Einnahmen um mehr als neun Milliarden Euro geringer aus als erwartet.

Der staatlich kontrollierte Energiekonzern Eni gab vergangene Woche bekannt, die erste Rate der Sondersteuer bereits gezahlt zu haben. Italiens größter Energiekonzern Enel sagte, er habe insgesamt 2,6 Milliarden Euro gebucht, um Sondersteuern zu zahlen, die von der italienischen, spanischen und rumänischen Regierung auferlegt wurden. Mehrere Energiekonzerne beschwerten sich über die zu hohe Gewinnsteuer. Sie betonten, dass auch ihnen die schwankenden Energiepreise zu schaffen machten.

Unternehmen, die die Zahlungsfrist Ende Juni versäumt haben, können die Abgabe in den kommenden Wochen oder Monaten nachzahlen. Allerdings werden dann Strafzahlungen und Zinsen fällig, heißt es in dem Papier des Ministeriums.

Auch in Deutschland wird über eine Überschuss- oder Krisengewinnsteuer diskutiert. Ifo-Präsident Clemens Fuest hält das für keine gute Idee. „Wer in der Krise hohe Gewinne macht, zahlt schon heute entsprechend hohe Steuern. Ich halte es nicht für sinnvoll, eine zusätzliche Steuer einzuführen“, sagte Fuest der „Rheinischen Post“. „Einige Unternehmen machen jetzt große Gewinne, weil sie vorgesorgt haben, zum Beispiel um Öl- und Gasquellen zu erschließen, als andere es taten glaube nicht. Dass sie das getan haben, hilft uns heute – ohne diese Investitionen wären die Preise noch höher.“

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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