Sonntag, Juni 26, 2022
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Nicht nur wegen des Krieges: ifo-Umfrage: Materialknappheit auf deutschen Baustellen so groß wie nie

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SStahl, Dämmstoffe, Ziegel: Die Materialknappheit auf deutschen Baustellen ist größer denn je. Im Hochbau klagten im Mai 56,6 Prozent der Unternehmen über Engpässe, im Tiefbau waren es 44,8 Prozent. „Noch nie hat am Bau so viel Material gefehlt“, fasste das Münchner Ifo-Institut am Freitag die Ergebnisse seiner monatlichen Erhebung zusammen. 91,1 Prozent dieser Unternehmen gaben an, dass der Krieg in der Ukraine die Materialknappheit verschärft habe.

„Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben sich die Versorgungsprobleme mit Baustoffen drastisch verschärft“, sagte ifo-Forscher Felix Leiss. Die Materialpreise stiegen aufgrund von Knappheit und höheren Energiekosten weiter an. „Aufgrund der steigenden Baukosten und höheren Zinsen kommt es gerade im Wohnungsbau nun vermehrt zu Auftragsstornierungen.“

Besonders knapp ist derzeit Baustahl, der oft aus Russland oder der Ukraine importiert werden muss. Es gibt auch Probleme mit Bitumen. „Mancherorts klagten Unternehmen auch über Ziegelknappheit“, sagte Leiss. „Dämmstoffe waren schon vor Kriegsbeginn vielerorts Mangelware, aber auch hier hat sich die Lage immer weiter verschlechtert.“

Knappe Materialien und hohe Energiekosten treiben die Preise in die Höhe. Die Unternehmen wiederum geben die Preiserhöhungen an die Bauherren weiter: Im Hochbau gab die Mehrheit der Unternehmen an, zuletzt die Preise nach oben angepasst zu haben. Für die kommenden Monate waren sehr oft weitere Preiskorrekturen geplant. Auch im Tiefbau gab es laut ifo Institut vielerorts Zuwächse, wenn auch nicht ganz so häufig wie im Hochbau.

Die Kombination aus steigenden Baupreisen und höheren Finanzierungszinsen führt dazu, dass erste Projekte unrentabel werden: Im Mai meldeten 13,4 Prozent der Bauunternehmen Kündigungen, im April waren es 7,5 Prozent und im März 4,6 Prozent. Im Tiefbau waren es 8,8 Prozent nach 9,3 Prozent im April. „Insgesamt sind die Auftragsbücher aber immer noch prall gefüllt“, sagen die Münchner Forscher.

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