Samstag, Oktober 1, 2022
StartWIRTSCHAFTPolar Group in Not: Weltmarktführer im Schutzschirmverfahren

Polar Group in Not: Weltmarktführer im Schutzschirmverfahren

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DDie Polar Group, ein Traditionsunternehmen in Hofheim, hat Schutzschirmverfahren beim Landgericht Frankfurt beantragt. Mit dieser mildesten Form des Insolvenzverfahrens soll das Familienunternehmen saniert und der Betrieb mit allen derzeit 380 Mitarbeitern weitergeführt werden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Zur Polar Gruppe gehören die Adolf Mohr Maschinenfabrik, gegründet 1906, die Polar-Mohr Maschinenvertriebsgesellschaft und Dienst Verpackungstechnik, gegründet 1988.

Im Schutzschirmverfahren verbleiben die Betriebsführung und Verantwortung bei den Unternehmen. Lieferengpässe unter anderem bei Steuerungen und anderen Komponenten für Schneidemaschinen, mit denen Polar Mohr Weltmarktführer ist, haben der Mitteilung zufolge zuletzt zu Produktionsrückgängen und Umsatzeinbrüchen geführt. Dadurch ist nun die Zahlungsfähigkeit bedroht.

„Wir arbeiten ungestört mit all unseren rund 380 Mitarbeitern weiter, erfüllen alle unsere Verpflichtungen und führen die bestehenden Kundenbeziehungen fort“, erklärte der Frankfurter Rechtsanwalt Robert Schiebe von der Restrukturierungskanzlei Schiebe und Collegen. Die Gehälter würden bis Ende Oktober von der Agentur für Arbeit übernommen.

Schiebe wurde zum General Manager der Polar Group ernannt, um die Restrukturierung zu unterstützen. Begleitet wird das Verfahren von dem Frankfurter Rechtsanwalt Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann und Partner, der vom Landgericht Frankfurt zum vorläufigen Sachwalter bestellt wurde.

Auf einem 50.000 Quadratmeter großen Grundstück am Bahnhof Hofheim sind die drei Unternehmen der Polar Group zu finden. Im Kerngeschäft Druckweiterverarbeitung ist Polar Mohr seit Jahrzehnten Marktführer für Schneidemaschinen, die zu rund 80 Prozent exportiert werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Maschinen zum Schneiden von Schachteln für Tiefkühlpizza.

Da einzelne Komponenten nicht verfügbar sind, heißt es, dass Maschinen nicht geliefert werden können. Hinzu kommt, dass die Kunden mit Neubestellungen zurückhaltend sind. Der Konzern habe laut Schiebe noch „genug Luft und sei nicht zahlungsunfähig“, er habe genug Substanz. Er ist zuversichtlich, das Unternehmen zu sanieren und Arbeitsplätze zu erhalten.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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