Mittwoch, Oktober 20, 2021
StartWIRTSCHAFT"Politische Kritik" geplant China setzt den Bankensektor auf die Kandare

"Politische Kritik" geplant China setzt den Bankensektor auf die Kandare

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Die Kommunistische Partei Chinas startet wiederholt Kampagnen gegen Korruption. Nun sind wieder Banken und Vermögensverwalter an der Reihe, sorgfältig nach Unregelmäßigkeiten zu suchen. Bisherige Aktionen zeigen: Auch Führungskräfte können zum Tode verurteilt werden.

Chinas Kommunistische Partei will den Finanzsektor des Landes straffen. Diesen Monat leitete sie eine neue Runde ihrer Kampagne zur Aufdeckung von Korruption, Bestechung und illegalen Aktivitäten ein. Die Zentrale Disziplinarkommission der Kommunistischen Partei (CCDI) kündigte an, es gehe um eine umfassende „politische Überprüfung“.

Im Rahmen von rund zweimonatigen Inspektionen wollen die Top-Korruptionsjäger der Partei mehr als 20 Institutionen durchleuchten, darunter Chinas Zentralbank, Banken- und Versicherungsaufsichtsbehörden, Börsen sowie Geschäftsbanken und Vermögensverwalter.

Chinas Staatschef Xi Jinping will die Verbindungen untersuchen, die Staatsbanken und andere Finanzinstitute mit großen Privatunternehmen eingegangen sind. Das berichtete das Wall Street Journal am Montag unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Die Korruptionsjäger des CCDI sollen nach Verstößen gegen die politische Disziplin Ausschau halten, mit der im Parteijargon Korruptionsfälle beschrieben werden. Chinas Chef-Korruptionsjäger Zhao Leji forderte Ende September gründliche Ermittlungen bei 25 staatlichen Finanzinstituten und Aufsichtsbehörden.

Der Finanzsektor wurde zuletzt 2015 umfassend auf den Prüfstand gestellt. Hunderte von Bankern und Managern waren damals gerügt oder entlassen worden. Zu den Delikten gehörten die Organisation verbotener interner Bankette oder von Kunden gesponserter Ferien. Die ersten Folgen der neuen Kampagne sind bereits öffentlich geworden: Das CCDI gab am Montag bekannt, dass der ehemalige Vorsitzende und Parteichef der Chang’an Bank in der chinesischen Provinz Shaanxi wegen Korruption aus der Partei und aus öffentlichen Ämtern ausgeschlossen worden sei.

Vor vier Jahren musste der ehemalige Chef der Versicherungsaufsicht, Xiang Junbo, nach einer Untersuchung seinen Posten räumen. 2020 wurde er schließlich zu elf Jahren Haft verurteilt. Im Januar dieses Jahres wurde der ehemalige Top-Banker Lai Xiaomin in China hingerichtet. Der ehemalige Chef des Finanzkonzerns China Huarong Asset Management wurde unter anderem der Annahme von Bestechungsgeldern in Höhe von 1,79 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 240 Millionen Euro) für schuldig befunden.

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