Freitag, Juni 24, 2022
StartWIRTSCHAFTReaktionen auf die Alarmstufe: „Die Unternehmen sind in höchster Sorge“

Reaktionen auf die Alarmstufe: „Die Unternehmen sind in höchster Sorge“

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DDer größte deutsche Gasimporteur Uniper, von dem viele Industriekunden und Stadtwerke ihr Gas beziehen, drängt auf ein rasches Auslösen der Preisanpassungsklausel nach Ausrufen der Alarmstufe. Dadurch könnten die gestiegenen Beschaffungskosten über die Vermarktungskette an die Kunden weitergegeben werden. „Aufgrund der Restriktionen der Pipeline Nord Stream 1 kommen derzeit nur deutlich geringere Gasmengen aus Russland und Ersatz ist nur zu sehr hohen Preisen auf den Märkten zu bekommen. Wichtig ist, dass mit der sogenannten Alarmstufe sehr schnell Klarheit darüber geschaffen wird, welche Kosten durch die aktuell angespannte Versorgungslage entstehen“, sagte Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Maubach der FAZ

Uniper bezweifelt bereits, dass die Alarmstufe ausreichen wird. „Klar ist auch, dass dies keine Lösung für diesen Winter ist, wenn die Versorgungslage gleich bleibt oder sich in den kommenden Wochen weiter verschlechtert. Die Gasspeicherfüllstände sind eine „Fieberkurve“ für die Versorgungssicherheit Deutschlands „Temperaturmessung“ zeigt, dass eine gesetzlich vorgeschriebene Befüllung der Gasspeicher bis Oktober nicht möglich ist, weitere sofortige und dringende Schritte sind erforderlich.“

Auch der Energieversorger Eon, der rund eine Million Gaskunden beliefert, macht sich Sorgen über die steigenden Beschaffungskosten. Entscheidend sei, dass die Bundesregierung die notwendigen Rahmenbedingungen schaffe, „um die Handlungsfähigkeit der relevanten Akteure sicherzustellen und die Märkte und die Gasversorgung zu stabilisieren“. Dazu gehört auch die Konkretisierung der Preisanpassungsklausel des Energiesicherungsgesetzes. Sollte die Netzagentur eine deutliche Reduzierung der Gasimportmengen feststellen, „sollten die Mehrkosten für den Ersatz von Gasimporten gleichmäßiger und kalkulierbarer verteilt werden“, forderte Eon.

Der Branchenverband der Energiewirtschaft BDEW lobte die Ausrufung der Alarmstufe. „Wir brauchen jetzt eine gemeinsame Kraftanstrengung“, sagte Verbandsvorsitzende Kerstin Andreae. Es machte auch auf die steigenden Großhandelspreise und die höheren Einkaufskosten der Energieversorger aufmerksam. „Die Handlungsfähigkeit der Unternehmen muss im Bedarfsfall sehr kurzfristig sichergestellt werden, damit sie trotz extrem steigender Börsenkurse die benötigten Gasmengen beschaffen und liefern können.“

Die Stadtwerke lobten, dass die Regierung die Preisklausel nicht sofort aktiviert habe. „Das hätte drastische Auswirkungen auf die Verbraucher“, sagte Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen. Zudem könnten die daraus resultierenden Belastungen für einzelne Kunden stark variieren, je nach Anteil russischen Gases in den Lieferverträgen. Die Preise müssten beim Import abgeschirmt werden. „Dies würde es den betroffenen Händlern und Energieversorgern ermöglichen, ihre Lieferverpflichtungen zu den vereinbarten Konditionen einzuhalten.“ Die Finanzierung kann beispielsweise durch eine Mischung aus Umlage und staatlicher Förderung erfolgen.

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