Sonntag, Januar 23, 2022
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SAP-Milliardär: Dietmar Hopp ordnet sein biotechnologisches Erbe

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Der SAP-Mitgründer Dietmar Hopp regelt offenbar sein Erbe. Dies betrifft auch seinen Curevac-Anteil. Der 81-jährige IT-Pionier, vielen als Mäzen des Fußballvereins TSG Hoffenheim bekannt, kündigte am Freitag an, seine Beteiligungsgesellschaft Dievini „im Rahmen der geplanten Vermögensnachfolgeregelung“ komplett zu übernehmen.

Hopp hat seine Biotechfirmen in dem Unternehmen gebündelt, in das er über die Jahre mehrere hundert Millionen Euro investiert hat. Neben den Hexal-Erben und heutigen Biontech-Großaktionären, den Brüdern Andreas und Thomas Strüngmann, war der Milliardär lange Zeit der einzige, der junge deutsche Biotech-Unternehmen im großen Stil finanzierte. Die wichtigste Beteiligung an seiner Holding ist heute der Tübinger Impfstoffentwickler Curevac, der bislang noch keinen marktreifen Corona-Impfstoff präsentieren konnte.

Die Familie Hopp soll Dievini künftig vollständig übernehmen, drei weitere geschäftsführende Gesellschafter werden ihre Anteile abgeben und im Gegenzug Anteile an Curevac erhalten, wie Dievini und das Bundeswirtschaftsministerium als weiterer Curevac-Finanzierer mitteilten. Die drei ausscheidenden Gesellschafter würden weiterhin als Geschäftsführer fungieren.

Im Rahmen der Neuregelung hat Hopp auch den Investorenvertrag mit der staatlichen Förderbank KfW neu verhandelt, die kurz vor dem Börsengang im Sommer 2020 300 Millionen Euro in Curevac investiert hatte. Hopp hat nun das Recht, Curevac-Aktien für bis zu zu verkaufen 450 Millionen Euro bis Mitte August, heißt es in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission. Bisher waren es maximal 250 Millionen Euro.

Eine Dievini-Sprecherin bezeichnet das Volumen nur als theoretische Größe. Konkret will Hopp nur so viele Anteile verkaufen, dass er die Umwandlung von Dievini in eine reine Familienholding finanzieren kann. Weder Hopp noch die Bundesrepublik Deutschland planten einen weiteren Anteilsverkauf. Hopp hält 46 Prozent an Curevac, knapp 42 Prozent davon werden von Dievini gehalten. Er ist seit mehr als 15 Jahren in dem Biotech-Unternehmen tätig und hielt zeitweise 90 Prozent der Anteile.

Dem Anteilsverkauf misst Curevac auf Nachfrage keine große Bedeutung bei. „Das ist ein rein technischer Vorgang“, sagte eine Sprecherin. Auf die Geschäftsstrategie oder die Zusammenarbeit mit dem Pharmariesen GSK hat dies keinen Einfluss. Beide Hersteller arbeiten an einem Covid-19-Impfstoffkandidaten der zweiten Generation.

Dievini bleibt der größte Anteilseigner von Curevac. Bereits im Herbst gab es eine erste Dievini-Meldung an die SEC, dass man über den Verkauf eines Teils der Curevac-Aktien nachdenke. Die Anleger reagierten jedoch nervös auf die Ankündigung. Der Kurs des Unternehmens fiel an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq zum Handelsstart am Freitag deutlich, zeitweise um mehr als 9 Prozent.

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