Donnerstag, August 11, 2022
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Schwäbisches Softwarehaus: Teamviewer will Sponsoring von Manchester United nicht verlängern

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EDer schwäbische Softwareanbieter Teamviewer ist erst seit einem Jahr Hauptsponsor von Manchester United. Nun scheinen die Göppinger die teure Partnerschaft zu bereuen, die bis 2026 läuft und jährlich mehr als 40 Millionen Pfund (knapp 48 Millionen Euro) kostet. Am Mittwoch teilte der Konzern überraschend mit, dass die Vereinbarung nicht verlängert werde. Bei dessen Abschluss sei von einem jährlichen Wachstum von 20 Prozent ausgegangen worden, sagte der scheidende Finanzvorstand Stefan Gaiser in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Seitdem hat sich das Wachstum jedoch deutlich verlangsamt. Der Aktienkurs hat innerhalb von anderthalb Jahren vier Fünftel seines Wertes verloren, ein Grund dafür war das teure Sponsoring, das die Marge deutlich gedrückt hatte. Sponsoring war an der Börse noch nie beliebt.

Analysten und Investoren äußerten sich am Mittwoch zunächst skeptisch zu den Teamviewer-Zahlen und dem Ausblick des Unternehmens. Der Aktienkurs verlor zeitweise 8 Prozent. Nach der Telefonkonferenz und dem dort angekündigten Ende der Förderung erholte sich das Papier etwas und verlor fast 3 Prozent.

Teamviewer erlebte während der Pandemie zunächst einen Boom. Die Software des Unternehmens ermöglicht die Fernsteuerung von Computern, die beispielsweise von IT-Abteilungen genutzt werden. Seit anderthalb Jahren bleibt das Wachstum hinter den Zielen zurück. Es gibt viel Fluktuation im Vorstand. Ein Marketingleiter blieb nur wenige Monate.

Auch Teamviewer wird für das Gesamtjahr vorsichtiger. CEO Oliver Steil begründete dies in der Telefonkonferenz mit der konjunkturellen Abschwächung. „Die Entscheider in den Unternehmen werden vorsichtiger und verschieben teilweise Investitionen“, sagte er. Vor allem das Geschäft mit Großkunden ist schwieriger geworden. Teamviewer nimmt kleine und mittelständische Unternehmen unter die Lupe und prüft, wer die Programme gewerblich nutzt und wer damit zahlungspflichtig ist. Dies führte zu höheren Einnahmen.

Das Wachstum soll nun am unteren Ende der prognostizierten Spanne von 630 bis 650 Millionen Euro oder rund 15 Prozent liegen. Teamviewer zeigt nicht die Umsätze, sondern die den Kunden in Rechnung gestellten Beträge. Das Unternehmen bestätigte sein Jahresziel für die Rentabilität. Im zweiten Quartal stiegen die Rechnungsbeträge im Vergleich zum Vorjahresquartal um ein Achtel auf 136,1 Millionen Euro, ein währungsbereinigtes Plus von 7 Prozent, aber unter den Erwartungen der Analysten. Die Mitarbeiterzahl ging um 10 Prozent zurück.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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