Dienstag, Oktober 19, 2021
StartWIRTSCHAFTSchwieriger Weg aus der Krise Materialmangel bremst KMU

Schwieriger Weg aus der Krise Materialmangel bremst KMU

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Vor allem mittelständische Unternehmen in Deutschland leiden unter der Materialknappheit. Jedes vierte Unternehmen ist derzeit nicht in der Lage, seine Lieferfristen einzuhalten. Einige andere müssen ihre Kunden abweisen. Ein schnelles Ende der Misere ist nicht in Sicht. Die Branche hofft auf Nachholeffekte.

Fast jedes zweite mittelständische Unternehmen in Deutschland hat laut einer Umfrage mit den Folgen von Lieferengpässen zu kämpfen. Die Engpässe „legen kleine und mittelständische Unternehmen enorme Steine ​​auf den Weg aus der Corona-Krise“, berichtete KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Am stärksten betroffen sind das verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe, aber auch Handel und Dienstleister. „Damit nimmt die Dynamik der gerade wieder angezogenen Konjunktur weg“, sagte der Chefvolkswirt der Landesförderbank.

Laut der Befragung von 2.400 kleinen und mittelständischen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von maximal 500 Millionen Euro haben 48 Prozent der rund 3,8 Millionen Mittelständler mit den Folgen von Lieferschwierigkeiten zu kämpfen. Jedes vierte Unternehmen sieht sich aufgrund der gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Vorprodukte gezwungen, die Preise der eigenen Produkte oder Dienstleistungen anzupassen. Am häufigsten sind Preiserhöhungen laut Umfrage in der Baubranche (61 Prozent). Den Angaben zufolge kann rund jeder vierte Mittelständler Liefertermine nicht einhalten, jeder zehnte muss sogar Bestellungen wegen Materialmangels ablehnen.

Dies ist insbesondere in der Baubranche ein Problem. Laut Umfrage ist jedes fünfte Unternehmen gezwungen, Kunden abzulehnen. Schwierigkeiten gibt es nicht nur bei Mikroprozessoren. Auch Stahl, Aluminium, Kupfer, andere Metalle, Kunststoffe und Verpackungsmaterialien sowie Holz für die Bau- und Möbelindustrie sind knapp. Viele Unternehmen hatten während der Corona-Krise ihre Kapazitäten reduziert und können nicht so schnell auf die wieder anziehende Nachfrage reagieren. Hinzu kommen Staus in Häfen und Handelskonflikte.

Kleine und mittelständische Unternehmen erwarten kein schnelles Ende der Lieferengpässe. Nur fünf Prozent der betroffenen Unternehmen rechnen mit einer Entspannung bis zum Jahresende. „Bis sich die Lieferengpässe auflösen, dürfte es noch einige Zeit dauern“, sagte Köhler-Geib. „Ich gehe aber davon aus, dass sich die Materialknappheit in den kommenden Monaten zumindest etwas entspannt.“ Nachholeffekte könnten dann im kommenden Jahr Impulse für einen neuen Wachstumsschub geben.

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