Mittwoch, Mai 18, 2022
StartWIRTSCHAFTSoziale Medien: Laut Musk werfen Twitter-Anwälte ihm Verletzung der Vertraulichkeit vor

Soziale Medien: Laut Musk werfen Twitter-Anwälte ihm Verletzung der Vertraulichkeit vor

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Tech-Milliardär Elon Musk hat mit seinen Tweets über die geplante Twitter-Übernahme Ärger mit den Anwälten des Onlinedienstes bekommen. Sie beschuldigten ihn, eine Vertraulichkeitsvereinbarung gebrochen zu haben, schrieb Musk am Sonntagabend. Aus Sicht der Rechtsabteilung hatte er zu viel über das Verfahren von Twitter zur Ermittlung automatisierter Tweeting-Konten preisgegeben.

Musk hatte solche Bot-Konten zuvor selbst zum Thema gemacht. Er sagte am Freitag, dass der Deal zur Übernahme von Twitter vorübergehend auf Eis gelegt wurde. Er will zunächst abwarten, bis Berechnungen zeigen, dass Accounts ohne echte Nutzer tatsächlich weniger als fünf Prozent ausmachen. Die Twitter-Aktien brachen daraufhin ein. Rund zwei Stunden später versicherte Musk dann, dass er immer noch an der Übernahme interessiert sei.

Musks Vorgehen warf viele Fragen auf. Zum einen beinhaltet seine Übernahmevereinbarung mit Twitter keine vorübergehende Suspendierung. Andererseits erwähnte Twitter die Schätzung von weniger als fünf Prozent Bot- und Fake-Accounts nicht nur im jüngsten Quartalsbericht – sondern seit Jahren. Branchenbeobachter fragten sich, ob Musk versuchen wollte, aus dem teuren Deal auszusteigen oder zumindest den Preis nach unten zu drücken. Nach Angaben des Wall Street Journal ließ der 50-jährige Milliardär den zweiten klärenden Tweet erst auf Druck seiner Anwälte fallen.

Musk legte am Samstag nach. Sein Team wird zufällig 100 Follower des Twitter-Accounts des Onlinedienstes auswählen und prüfen, wie hoch der Anteil an Fake- und Bot-Accounts darunter sein wird. Die Anzahl von 100 Konten ist für eine solche Umfrage eher gering. Und Musk wollte offensichtlich, dass das auffällt: Er habe sie gewählt, weil auch Twitter eine Testgruppe dieser Größe verwende, betonte er dann. Die Rechtsabteilung von Twitter beschwerte sich daraufhin, dass diese Nummer einer Geheimhaltungsvereinbarung unterliege, schrieb Musk später.

Der Chef des Elektroautoherstellers Tesla hatte sich mit dem Twitter-Vorstand auf einen Deal im Wert von rund 44 Milliarden Dollar geeinigt. Er ist aber weiterhin darauf angewiesen, dass genügend Aktionäre ihm ihre Anteile verkaufen wollen. Zuvor wollten Twitter und Musk die Übernahme bis Ende des Jahres abschließen. In den vergangenen Monaten hat er bereits gut neun Prozent Twitter-Anteil über die Börse gekauft.

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