Mittwoch, Oktober 20, 2021
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Spätestens ab 2025: Österreich führt das Dosenpfand ein

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ichIn Österreich wird es künftig auch ein Pfandsystem für Einwegbehälter geben. Für PET-Flaschen und -Dosen soll es bis spätestens 2025 ein Recyclingsystem im gesamten Lebensmittelhandel geben, auch bei den Discountern. Dort können Verbraucher Glasflaschen bislang nicht zurückgeben, während dies in klassischen Supermärkten schon lange möglich ist. Dadurch können die Glasbehälter wieder befüllt, dh wiederverwendet werden. Darauf haben sich die Anbieter diese Woche geeinigt.

Künftig sollen Händler leere Verpackungen zurücknehmen, auch wenn die Getränke woanders gekauft wurden. Es soll auch neue Maschinen geben. Mit der Einführung könnte eine Dose oder Plastikflasche 20 bis 30 Cent mehr kosten. Das Geld wird dem Verbraucher bei der Rückgabe zurückerstattet. Eine Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes könnte auch ein Verbot von Einweg-Kunststoffprodukten, ein Einfuhrverbot für gemischte Industrieabfälle und die Verlagerung von Abfalltransporten auf die Schiene beinhalten.

Der Marktführer im Lebensmittelhandel Rewe und seine Wettbewerber sowie weite Teile der Getränkeindustrie sahen den Alternativvorschlag als vorausschauende Gesamtlösung, die nicht nur in Sachen Umwelt- und Klimaschutz der Tagesordnung entspricht, sondern gibt allen Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette die nötige Planungssicherheit. Zudem reduziert die Lösung das Risiko drohender EU-Bußgelder in Millionenhöhe, wenn die auf EU-Ebene vereinbarten Sammel- und Verwertungsquoten nicht eingehalten werden können.

Altstoff Recycling Austria AG (ARA), Marktführer für Sammel- und Recyclingsysteme in Österreich, lobt die Vereinbarung. „Wir brauchen endlich einen klaren Rechtsrahmen, um die Zukunft der Verpackungssammlung und des Recyclings zu beginnen. Bis 2025 müssen wir das Recycling aller Kunststoffverpackungen verdoppeln. Außerdem wollen wir alle Verpackungen zurück, denn das Ziel geht weit über Getränkeflaschen hinaus“, betonte ARA-Vorstand Christoph Scharff. Auch der Arbeitskreis der österreichischen Abfallwirtschaftsverbände unterstützt die Initiative des Gewerbes. Hier werde „erstmals die ablehnende Haltung der Wirtschaft gegenüber verpflichtenden Mehrwegquoten seit 1995“ aufgegeben.

Umweltschützer loben die Einführung des Plastikpfands, für den sich viele Länder in Europa schon lange engagieren. In Deutschland gibt es das Einweg-Dosenpfand seit 2003. Greenpeace fordert jedoch, dass der Handel viel früher und erst 2025 Pfandautomaten und Mehrwegflaschen in die Supermärkte bringt Schritt-für-Schritt-Plan, damit Plastik- und Aluminiumabfälle in Getränken langfristig deutlich reduziert werden können“, hieß es. Es wurde auch auf die hohe Zustimmung der Bevölkerung für das Pfandsystem hingewiesen. Der WWF fordert eine rasche Entscheidung und eine vollständige Umsetzung des gemeinsamen Pfandsystems. In Österreich fallen derzeit jährlich 900.000 Tonnen Plastikmüll an. Plastikverpackungen machen fast ein Drittel aus.

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