Sonntag, Oktober 17, 2021
StartWIRTSCHAFTStarke Gewinne aus Investitionen Die Deutschen stauen immer mehr Geld

Starke Gewinne aus Investitionen Die Deutschen stauen immer mehr Geld

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Die Pandemie bremst die Wirtschaft ordentlich, aber das private Vermögen der Deutschen wächst weiter stark. Insgesamt verfügen die Haushalte über fast eine Billion Euro mehr als vor der Corona-Krise. Ein Grund dafür ist die zunehmende Risikobereitschaft bei der Geldanlage.

Auch nach der schrittweisen Lockerung der Corona-Beschränkungen haben die Menschen in Deutschland ihr Geld zusammengehalten. Gleichzeitig profitierten sie von den gestiegenen Börsenkursen – das Geldvermögen kletterte im zweiten Quartal auf ein Rekordhoch. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank stieg das Vermögen der privaten Haushalte aus Bargeld, Wertpapieren, Bankguthaben und Forderungen gegenüber Versicherungen gegenüber dem ersten Quartal um 159 Milliarden Euro auf 7.325 Milliarden Euro. Zu Beginn des vergangenen Jahres lag das Geldvermögen noch bei 6.400 Milliarden Euro.

Ökonomen erwarten im Jahresverlauf einen weiteren Anstieg. Wie sich die enorme Summe verteilt, verraten die Bundesbank-Daten nicht. Obwohl die schrittweise Lockerung der Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie die Konsumausgaben im zweiten Quartal beflügelte, sank die Sparquote nach Angaben des Statistischen Bundesamtes. Trotzdem legten die Leute immer wieder Geld auf die hohe Kante. Gut 2910 Mrd. Euro machten beispielsweise Bar- und Bankeinlagen auf Giro- und Tagesgeldkonten aus. Der Euro war Ende Juni weiterhin der größte Posten. Im zweiten Quartal kamen rund 52 Milliarden Euro hinzu. Sparer verdienen wegen der niedrigen Zinsen nichts, können aber bei Bedarf schnell auf ihr Geld zugreifen.

Gleichzeitig trauen sich die risikoaverseren Sparer in Deutschland zunehmend an die Börse. „Liquide oder risikoarme Anlageformen sind insgesamt noch sehr beliebt, aber die privaten Haushalte bauen seit Jahren ihr Engagement am Kapitalmarkt aus“, schloss die Notenbank am Donnerstag. Im zweiten Quartal beispielsweise kauften private Haushalte Fondsanteile für 24 Milliarden Euro und Aktien für 7 Milliarden Euro. Laut Bundesbank haben Bewertungsgewinne bei Aktien und Investmentfondsanteilen maßgeblich zum Wachstum des Geldvermögens im zweiten Quartal beigetragen.

Den Angaben zufolge investierten die privaten Haushalte etwas weniger Geld als in den Vorquartalen in Versicherungen und andere Vorsorgeprodukte. Hier erhöhten sich die Vorräte um rund 20 Milliarden Euro auf rund 2529 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr erwartet die DZ Bank einen weiteren Anstieg der Finanzanlagen. Laut DZ-Bank-Ökonom Michael Stappel dürften die Menschen dank der zunehmenden Lockerungen der Corona-Beschränkungen weniger sparen als 2020. Trotzdem soll das Geldvermögen dank Wertsteigerungen von Aktien, Fonds und Zertifikaten auf 7,6 Billionen Euro steigen, hieß es in einer im Sommer veröffentlichten Analyse des Spitzengenossenschaftsinstituts.

Im nächsten Jahr ist mit einem weiteren Anstieg auf knapp 8 Billionen Euro zu rechnen. Auch im zweiten Quartal nutzten die Menschen in Deutschland die niedrigen Zinsen, um sich Geld zu leihen. Nach Abzug der Schulden stieg das Nettofinanzvermögen gegenüber dem ersten Quartal um rund 130 Milliarden Euro auf 5336 Milliarden Euro. Immobilien, die seit Jahren stark an Wert gewinnen, sind in den Daten nicht enthalten.

Die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte erhöhten sich im Quartalsverlauf um 29 Milliarden Euro auf 1970 Milliarden Euro. Der Anstieg war stärker als im ersten Quartal. Da jedoch gleichzeitig die gesamtwirtschaftliche Aktivität spürbar anzog, ging die Schuldenquote insgesamt zurück und lag zuletzt bei 57,8 Prozent.

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