Donnerstag, Oktober 28, 2021
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Startup Celonis wächst enorm "Kann ängstlich und ängstlich werden"

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Mit einer Bewertung von elf Milliarden Dollar ist Celonis eines der erfolgreichsten deutschen Startups. Aktuell macht das Softwareunternehmen mit einer Akquisition erneut Schlagzeilen. Mitgründer Nominacher spricht im Podcast „Die Stunden Null“ über eine Entwicklung, die ihn manchmal sprachlos macht

Celonis wächst seit Jahren rasant, und erst im Sommer sammelten die Gründer eine Milliarde Dollar für die Expansion ein. Das Münchner Softwareunternehmen macht in diesen Tagen mit der Übernahme der Datenstreaming-Plattform Lenses.io Schlagzeilen. Kunden können jetzt Daten in Echtzeit analysieren. Das rasante Wachstum ist für die Gründer selbst manchmal etwas überwältigend.

„Bisher haben wir erst ein Prozent unseres adressierbaren Marktes erschlossen“, sagte Mitgründer Bastian Nominacher im Podcast „Die Stunden Null“. „Man kann fast Angst bekommen, was noch zu tun ist.“ Die Technologie von Celonis kann unzähligen Unternehmen helfen, ihre Prozesse zu verbessern.

Die Celonis-Software basiert auf dem sogenannten „Process Mining“. Nominacher vergleicht das Ganze mit einem Röntgengerät, mit dem Unternehmen ihre Daten untersuchen, verstehen und Prozesse verbessern können, unterstützt durch künstliche Intelligenz. „Mit Process Mining haben wir eine neue Kategorie geschaffen“, sagt Nominacher.

Celonis hat vor einem Jahr die sechste Generation seines Execution Management Systems auf den Markt gebracht. Seitdem habe das Unternehmen „unglaublich positive Reaktionen“ gehabt, berichtete Nominacher, der auch Co-CEO ist. „Das war auch der Anlass für unsere Finanzierungsrunde, um dieser großen Nachfrage wirklich gerecht zu werden.“

Celonis, einst aus einem Studentenprojekt des Bayerischen Rundfunks hervorgegangen, beschäftigt heute über 1.300 Mitarbeiter an 15 Standorten. Zuletzt, im Mai 2020, wurde ein Umsatz von über 100 Millionen US-Dollar angegeben. Das Münchner Unternehmen hat gerade eine strategische Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Service Now bekannt gegeben, das vom ehemaligen SAP-Chef Bill McDermott geführt wird.

Als Gründer blickt Nominacher mit gemischten Gefühlen auf den deutschen Standort. „Wir haben hier eine hervorragende Ausbildung“, sagte Nominacher, der die Konditorei seines Vaters übernehmen sollte. „Wir haben sehr gute Hochschulen, München ist ein sehr starker Standort. Allein an der TU werden derzeit mehr als 7.500 Informatiker ausgebildet. Das ist eine immense Talentbasis.“

Doch was dem Startup fehlte, war die Finanzierung: „Damals hat jeder von uns 4.000 Euro aus dem Studienkredit zusammengekratzt“, erinnert sich Nominacher. Es braucht mehr „Ankerunternehmen in der Finanzierung“. Er kritisierte auch die „sehr hohe regulatorische Komplexität“, die „die Einrichtung verzögert“. „In anderen Ländern gibt es viel attraktivere Modelle.“

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