Mittwoch, Mai 18, 2022
StartWIRTSCHAFTTierschutz: Wie ein Start-up streunenden Hunden in Rumänien hilft

Tierschutz: Wie ein Start-up streunenden Hunden in Rumänien hilft

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ichIn Europa gibt es mehrere Millionen Straßenhunde. Es fehlt ihnen an Wasser, Unterkunft und medizinischer Versorgung. Die 2019 gegründete Hundegruppe Luis Kesten & Fabio Lehnert GbR hilft notleidenden Hunden in Rumänien; die Situation dort ist besonders schlimm. Das Social Start-up will zeigen, dass man sozial und umweltschonend Geld verdienen kann. Hinter dem Unternehmen stehen zwei Freunde, die Studenten Fabio Lehnert und Luis Kesten.

Das Unternehmen hat seinen Sitz im nordrhein-westfälischen Troisdorf. Die Geschäftsidee entstand, als Luis von einer Asienreise zurückkehrte. In einer Pizzeria erzählte er Fabio von den leidenden Tieren, die er gesehen hatte. Gemeinsam mit sechs Mitarbeitern verkaufen sie nun Armbänder, Hundenäpfe und Kleidung online.

Die Armbänder bestehen aus Steinperlen in verschiedenen Farben. Der Besitzer eines Australian Shepherd kann ein „Australian Shepherd Armband“ in der richtigen Farbkombination kaufen. Der Preis beträgt 25 Euro pro Stück. T-Shirts für 35 Euro und Hoodies für 59 Euro in Schwarz gehören ebenfalls zum Sortiment. Die Hundenäpfe sind aus Edelstahl und kosten 30 Euro.

Das neuste Produkt ist ein Buch der Gründer. Darin schildern sie ihre Erfahrungen in Rumänien und geben Einblicke in das Leben der Straßenhunde. Die Produktionskosten liegen bei rund 10 Euro; Ab 12 Euro können Käufer selbst entscheiden, wie viel sie zahlen möchten. Wenn Sie beispielsweise 47 Euro ausgeben, wird eine Kastration in der Clinica Veterinara AIIVet finanziert.

Laut Lehnert lag der Umsatz zwischen 2019 und Ende 2021 bei rund 400.000 Euro, wovon 25 Prozent, rund 105.000 Euro, an den Tierschutz gespendet wurden. Bisher wurden fast 700 Kastrationen durchgeführt und 48.000 Kilogramm Futter gespendet. Die Anzahl der Bestellungen pro Tag beträgt fünf bis sieben Artikel. 51 Prozent des Produktpreises gehen laut Lehnert auf die Produktionskosten zurück, denn allein die Markteinführung der neuen Hoodies kostet rund 12.000 Euro. Die Kleidungsstücke werden unter fairen Bedingungen in Kambodscha aus Reststoffen der Fast-Fashion-Unternehmen hergestellt.

Für 2021 hat das Start-up einen „Impact Report“ veröffentlicht: Aus der Spendensumme von 74.814 Euro wurden 35.133 Kilogramm Hundefutter gekauft, die Kastrationsaktion vorangetrieben und 13.387 Euro in den Ausbau eines Tierheims investiert.

Kunden sind hauptsächlich Hundebesitzer zwischen 20 und 40 Jahren. „Das Wirtschaftssystem braucht neue Werte, das muss die junge Generation richten“, sagt der 24-jährige Lehnert. Anfang Februar haben die Gründer ein großes Ziel erreicht und sind in Vollzeit in ihr Unternehmen eingestiegen.

Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die FAZ gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken organisiert.

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