Dienstag, August 9, 2022
StartWIRTSCHAFTTop-Verbraucherschützer: „Energieversorger versuchen, Preiserhöhungen zu verschleiern“

Top-Verbraucherschützer: „Energieversorger versuchen, Preiserhöhungen zu verschleiern“

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Frau Pop, haben Sie sich für den Winter schon eine warme Decke und einen Energiesparduschkopf gekauft?

Ich habe den Duschkopf schon länger. Und eine Wolldecke haben wir bestimmt auch.

Mit welchen Fragen und Sorgen rund um die Energiekrise wenden sich Menschen an die Verbraucherzentralen?

Die Energieberatung der Verbraucherzentralen leistet nun auch Sozialarbeit. Die Leute wollen nicht nur klassische Energiespartipps wie Heizung und Warmwasser sparen, sondern viele fragen sich, wie kann ich das überhaupt noch bezahlen? Und sie beschäftigt die Frage, was sie erwartet, denn die Situation ist derzeit sehr unübersichtlich.

Ist die Energiekrise das beherrschende Thema?

Wir sehen, dass die Nachfrage nach Energieberatung stark zunimmt. Ansonsten gab es in diesem Bereich im Jahresdurchschnitt rund 170.000 Beratungen. Bis Ende des Jahres rechnen wir nun mit 260.000 Beratungen zu Energiefragen.

Wirtschaftsminister Habeck spricht wegen der Gaskrise von einem Schreckensszenario. Außenminister Baerbock befürchtet im Extremfall Volksaufstände. Wie nehmen Sie die Stimmung bei den Verbrauchern wahr?

Bei vielen Menschen ist die Stimmung vor allem von Unsicherheit und Sorge geprägt. Die Politik wählt drastische Worte, kommuniziert aber nicht klar, welche Mehrkosten auf die Verbraucher zukommen werden. Und gerade Menschen, die kaum noch Geld haben, fragen sich, wann endlich ein neues Hilfspaket kommt. Die jetzige Entlastung läuft am 1. September aus, die neue Gasabgabe soll dann aber am 1. Oktober kommen. Wenn die Kanzlerin erst für nächstes Jahr ein Hilfspaket ankündigt, wird es für diese Menschen zu spät sein. Sie wollen wissen, wie sie diesen Herbst und Winter überstehen.

Der Gaszuschlag kommt voraussichtlich im Oktober. Da kursieren ganz unterschiedliche Nummern, die dann beim Verbraucher ankommen. Was soll man sagen Worauf muss man sich im Winter finanziell vorbereiten?

Die Höhe steht noch nicht fest, sie wird noch im Ministerium und den zuständigen Behörden berechnet. Darin sind wir nicht enthalten. Klar ist aber, dass man sich darauf einstellen muss, dass es teuer wird.

Die Umlage wird laut Minister Habeck zwischen 1,5 und 5 Cent pro Kilowattstunde liegen. Die Mehrkosten reichen von einigen hundert bis zu einigen tausend Euro. Wo ist für dich die Grenze?

Besonders dringend ist für uns im Moment, dass staatliche Unterstützung für diejenigen organisiert werden muss, die bereits an der Grenze ihrer finanziellen Belastbarkeit sind. Wenn die Abgabe kommt, müssen diese Hilfsmittel vorhanden sein. Wir gehen davon aus, dass einkommensschwache Gruppen wie Wohngeldempfänger, Rentner und Studenten eine dauerhafte Unterstützung in Form einer Heizkostenpauschale benötigen. Denn die Preise werden in absehbarer Zeit nicht sinken.

Verschiedene flankierende Maßnahmen werden diskutiert. Was wäre Ihnen lieber, eine Spritpreisobergrenze oder ein Energiesparbonus?

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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