Samstag, Oktober 16, 2021
StartWIRTSCHAFTTrotz Streit um Bundeswehr-Deal kann Waffenkonzern Haenel Umsatz steigern

Trotz Streit um Bundeswehr-Deal kann Waffenkonzern Haenel Umsatz steigern

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Der Rüstungshersteller Haenel fertigt Waffen für Armeen und für die Polizei. Das Geschäft boomt im vergangenen Jahr, ein Großauftrag der Bundeswehr steht allerdings noch aus.

Der Waffenkonzern Merkel und ihre Tochter Haenel verkaufen in diesem Jahr deutlich mehr Gewehre als im Corona-Jahr 2020. Der Umsatz soll um rund 20 Prozent auf rund 21 Millionen Euro steigen, sagte Finanzvorstand Swen Lahl in Suhl. Über den Gewinn machte er keine Angaben. Damit erreichen Sie das Umsatzniveau vor der Pandemie, wie im Jahr 2019. Vielleicht liegen Sie sogar leicht darüber. „Es war ein gutes Geschäftsjahr und wir haben die pandemiebedingten Verluste auf jeden Fall wettgemacht.“

Die Merkel-Gruppe gehört zum staatlichen Rüstungskonzern Caracal aus Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie beschäftigt nach eigenen Angaben rund 130 Mitarbeiter, die am Firmensitz im thüringischen Suhl tätig sind. Merkel stellt Jagdwaffen her. Die Tochtergesellschaft CGHaenel, die eng mit Merkel zusammenarbeitet und die gleichen Produktionshallen nutzt, produziert Waffen für Behörden, also Armeen und für die Polizei. So ist beispielsweise bekannt, dass die sächsische Polizei ein Haenel-Gewehr einsetzt.

Im vergangenen Jahr musste Merkel sinkende Umsätze hinnehmen, auch weil zwischenzeitlich Waffengeschäfte für Jäger und Sportschützen geschlossen wurden. Laut Finanzvorstand Lahl hatte Corona jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf das Geschäft mit den Behörden. „Es läuft weiterhin gut.“ Die Merkel-Gruppe macht rund zwei Drittel ihres Geschäfts mit Jagdwaffen und ein Drittel mit Gewehren für Behörden. Der Ausblick bleibt laut von Lahl weiterhin positiv, und nach seiner ersten Einschätzung könnte es im Jahr 2022 zu einer weiteren Umsatzsteigerung kommen.

Ein Konkurrent von Haenel ist das deutlich größere Unternehmen Heckler & Koch. Haenel befindet sich in einem erbitterten Rechtsstreit mit den Büchsenmachern aus dem Schwarzwald um einen Großauftrag des Bundes über 120.000 vollautomatische Sturmgewehre – Haenel musste zuletzt zwei Rückschläge hinnehmen.

Außerdem wirft Heckler & Koch dem Konkurrenten Haenel eine Patentverletzung an einem halbautomatischen Gewehr vor, es folgt am morgigen Dienstag eine mündliche Verhandlung vor dem Landgericht Düsseldorf. Haenel hält das von Heckler & Koch angemeldete Patent auf drei Löcher in der Waffe für nichtig und hat getrennt vom Düsseldorfer Verfahren beim Bundespatentgericht in München Nichtigkeitsklage eingereicht.

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