Sonntag, Oktober 17, 2021
StartWIRTSCHAFTÜberraschendes Wachstum: China bleibt Exportweltmeister

Überraschendes Wachstum: China bleibt Exportweltmeister

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Das bevorstehende Weihnachtsfest gibt der chinesischen Wirtschaft bereits neue Impulse. Dies zeigt sich am besten bei den Exporten, die im September überraschend stark zulegten.

Trotz anhaltender Materialknappheit und lokaler Corona-Ausbrüche sind Chinas Exporte im September überraschend um fast 30 Prozent gestiegen. Dies basiert auf heute veröffentlichten Zahlen des chinesischen Zolls. Analysten hatten mit einem Plus von knapp 20 Prozent gerechnet. Bereits im August übertrafen die Exporte die Erwartungen der Experten.

Die chinesische Industrie leidet unter wiederholten Stromausfällen, die viele Unternehmen zwingen, ihre Produktion zu drosseln. Durch die Umstellung auf saubere Energie, hohe Nachfrage und gestiegene Rohstoffpreise herrscht seit Wochen eine extreme Stromknappheit. Infolgedessen laufen die Produktionslinien in zahlreichen Fabriken, darunter viele Zulieferer von Weltkonzernen wie Apple und Tesla. Betroffen sind Fabriken in den östlichen Provinzen Guangdong und Zhejiang, beides wichtige Standorte für die Exportindustrie.

Die Pekinger Behörden werten die gestiegenen Exportzahlen als Beweis für die Widerstandsfähigkeit der chinesischen Wirtschaft. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres stieg der Wert der Exporte von elektronischen Geräten um 23 Prozent. Auf diesen Bereich entfallen rund zwei Drittel der gesamten chinesischen Exporte. „Der Export hat sich erneut überdurchschnittlich entwickelt“, sagte Ökonomin Erin Xin von der Bank HSBC. Er geht davon aus, dass das bereits anlaufende Weihnachtsgeschäft ein großer Treiber ist.

Chinas Wirtschaft spielt bei der weltweiten Konjunkturerholung nach der Corona-Pandemie eine besondere Rolle; Auch für viele deutsche Unternehmen sind Unternehmen in der Volksrepublik wichtige Handelspartner. Denn in westlichen Ländern ist die Sorge groß, dass die Ware aufgrund gestörter Lieferketten nicht mehr rechtzeitig für eine spätere Bestellung verfügbar sein wird. Im September klagten laut einer ifo-Umfrage 74 Prozent der deutschen Händler über Lieferschwierigkeiten. „Die Beschaffungsprobleme aus der Industrie sind jetzt auch hier angekommen“, sagte der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.

Ein Blick auf die Importzahlen zeigt, dass auch die chinesische Wirtschaft noch nicht in vollem Gange ist. Sie wuchsen mit 17,6 Prozent langsamer als prognostiziert, nach 33,1 Prozent im August. China kaufte auffallend wenig, vor allem aus Deutschland. Die Einfuhren gingen laut Zollstatistik im September sogar um 2,4 Prozent zurück.

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