Sonntag, Januar 23, 2022
StartWIRTSCHAFTUS-Notenbank mit hoher Inflation kündigt Zinswende an

US-Notenbank mit hoher Inflation kündigt Zinswende an

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Die Signale werden immer deutlicher: Die US-Notenbank Fed bereitet die Märkte auf eine Reihe von Zinserhöhungen vor. Der erste Schritt könnte bald sein.

Alarmiert durch die Inflation in den USA, die auf ein 40-Jahres-Hoch gestiegen ist, sprechen sich immer mehr Zentralbanker für eine stakkatohafte Zinserhöhung in diesem Jahr aus. „Ich denke jetzt, dass wir 2022 vielleicht vier Schritte gehen sollten“, sagte der Chef des Zentralbankenviertels von St. Louis, James Bullard, dem „Wall Street Journal“. Sein Kollege Patrick Harker aus Philadelphia sagte der Financial Times, er befürworte eine Reihe von drei Erhöhungen, die im März beginnen könnten.

Die Zentralbank konzentriere sich darauf, die Inflation wieder auf zwei Prozent zu drücken, betonte der künftige Fed-Vizechef Lael Brainard in einer bereits veröffentlichten Rede für eine für Donnerstagnachmittag geplante Senatsanhörung. Gleichzeitig will die Zentralbank die Erholung, die alle erreichen müssen, aufrechterhalten. Das sei die wichtigste Aufgabe der Fed, fügte Brainard hinzu. Der von US-Präsident Joe Biden als Stellvertreter des US-Notenbankchefs Jerome Powell nominierte Ökonom soll im Rahmen des Bestätigungsverfahrens Fragen des Gremiums beantworten. Der langjährige Fed-Direktor soll den derzeitigen Vizepräsidenten Richard Clarida ersetzen. Nach einer Affäre um Wertpapiergeschäfte tritt dieser vorzeitig zurück.

Die Verbraucherpreise in der größten Volkswirtschaft der Welt steigen seit Monaten rasant. Im Dezember lag die Inflationsrate bei 7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und damit auf dem höchsten Stand seit 1982. Materialknappheit infolge der Corona-Krise und hohe Energiekosten treiben die Preise in die Höhe. Dies zeigt sich auch an den Erzeugerpreisen, die als Frühindikator für die weitere Inflationsentwicklung gelten. Die am Nachmittag zur Veröffentlichung anstehenden Preise ab Werkstor dürften im Dezember um 9,8 Prozent gestiegen sein, wenn die von Reuters befragten Auguren der Ökonomen-Innung recht haben.

Die Fed hatte wegen der Corona-Krise seit 2020 Wirtschaft und Märkte mit massiven Hilfsprogrammen unterstützt. Nach Ansicht vieler Analysten könnte die Notenbank angesichts der guten Arbeitsmarkt- und Wachstumsentwicklung jedoch bereits im März ihren Leitzins wieder anheben. Damit kann die Fed die Inflation dämpfen, gleichzeitig leidet aber auch die Wirtschaft unter der strafferen Geldpolitik. Laut der Dezember-Prognose der US-Notenbank könnte es im Jahr 2022 bis zu drei Zinserhöhungen geben.

Fed-Chef Powell hatte zuletzt vor einem Kongressausschuss signalisiert, dass die sehr lockere geldpolitische Linie bald obsolet sein werde und die Wirtschaft trotz der Corona-Welle bereit für eine straffere Geldpolitik sei. Der Leitzins liegt derzeit im Bereich von null bis 0,25 Prozent.

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