Freitag, Juni 24, 2022
StartWIRTSCHAFTVerbrauchertäuschung: Scheinbar mechanisches Trennfleisch in Geflügelwurst deutscher Hersteller

Verbrauchertäuschung: Scheinbar mechanisches Trennfleisch in Geflügelwurst deutscher Hersteller

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DEinem Medienbericht zufolge sollen deutsche Hersteller von Geflügelwurst Separatorenfleisch – also zerkleinerte Schlachtabfälle – in Geflügelwurst und anderen Geflügelfleischprodukten verwendet haben, ohne dies wie vorgeschrieben zu kennzeichnen. Labortests hätten dafür „Beweise geliefert“, berichteten NDR und „Spiegel“ am Donnerstag.

Die beschuldigten Unternehmen des Schlachtkonzerns Tönnies wiesen die Vorwürfe zurück. In einer gemeinsamen Erklärung der Franz Wiltmann GmbH & Co. KG und der Zur Mühlen Gruppe heißt es: „Diese Aussagen in den Berichten sind eindeutig falsch. Separatorenfleisch wird in keinem der genannten Produkte verwendet. Im Gegenteil: Die Verwendung von Separatorenfleisch in den genannten Produkten ist durch die Definition der Rohstoffe und des Herstellungsverfahrens ausdrücklich ausgeschlossen.“

Sie hinterfragten auch die Untersuchungsmethode, die laut Aussage keine belastbaren Informationen über die Verwendung von MSM lieferte: „Der Redaktion ist bekannt, dass die von Ihnen angeblich entdeckten MSM-Marker auch in anderen Fleischbestandteilen zu finden sind, die ausdrücklich nicht MSM sind. Es gibt Expertenaussagen, die ausdrücklich davor warnen, die angewandte Methode falsch zu interpretieren.“

NDR und „Spiegel“ ließen 30 Geflügelwurst- und Geflügelfleischproben verschiedener Hersteller von Bremerhavener Hochschulprofessor Stefan Wittke untersuchen. Medien berichteten, er habe eine neue Methode zum Nachweis von MSM in Wurstwaren entwickelt. Bisher war das kaum möglich.

Separatorenfleisch entsteht, indem Maschinen Tierkörper oder grob zerkleinerte Knochen mit Fleischresten durch Lochscheiben pressen, wie NDR und „Spiegel“ berichten. Knochensplitter und Knorpelstücke bleiben hängen, alle Weichteile wie Muskeln, Fett- und Bindegewebe oder sogar das Rückenmark werden abgequetscht. So entsteht eine breiige Masse, die nur ein paar Cent pro Kilogramm kostet.

Sprecher der im Bericht genannten Unternehmen sagten NDR und „Spiegel“, die neue Untersuchungsmethode an der Hochschule Bremerhaven sei lediglich ein neuer wissenschaftlicher Ansatz für mögliche Beweise, die „keine solide Grundlage“ seien. Regelmäßige hausinterne Tests nach anerkannten Methoden bewiesen das Gegenteil.

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