Donnerstag, Juni 23, 2022
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Versicherer in Sorge: Dieselskandal teuerstes Rechtsschutzereignis

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FDer Dieselskandal ist ein historisches Ereignis für die deutschen Rechtsschutzversicherer: Kein anderer Skandal hat die Versicherungswirtschaft so teuer gekostet. „Der Dieselskandal ist mit mittlerweile 1,4 Milliarden Euro der teuerste Schaden in der Geschichte der deutschen Rechtsschutzversicherung“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Jörg Asmussen am Donnerstag. In dieser Schadenssumme sind Kosten für Rechtsanwälte, Gerichte und Sachverständige enthalten.

Auch die Zahl der Betroffenen ist beachtlich. Seit Bekanntwerden des Skandals im Jahr 2015 haben 407.000 Kunden ihre Rechtsschutzpolice in Anspruch genommen. Der Verband hat seine Mitglieder befragt und Ende Mai Antworten erhalten. Im Durchschnitt hatten die Verfahren einen Streitwert von 26.000 Euro. Insgesamt kam auf diese sieben Jahre gerechnet ein zweistelliger Milliardenbetrag zusammen.

„Der Gesamtwert aller von den Rechtsschutzversicherern bearbeiteten Diesel-Rechtsschutzfälle ist mittlerweile auf 10,5 Milliarden Euro gestiegen“, wurde Asmussen in einer Mitteilung zitiert. Der durchschnittliche Streitwert pro Dieselfall liegt bei knapp 26.000 Euro. In den Jahren 2018 bis 2021 stiegen sowohl die Fallzahlen als auch die Streitwerte kontinuierlich an. Der Anstieg war seit Anfang 2021 nicht mehr ganz so hoch, aber der Strom neuer Fälle hat nicht aufgehört.

Welche Autohersteller verklagt werden, ließ der GDV offen. Volkswagen war an einer Vielzahl von Gerichtsverfahren beteiligt. Auch gegen Daimler wurde eine Klage eingereicht. Inzwischen werden die Autos, die sich an Privatkunden richten, unter dem Namen der Hauptmarke Mercedes-Benz geführt.

Die Auseinandersetzung mit dem Dieselskandal ist den Versicherern ein Dorn im Auge. Aus ihrer Sicht könnten in Massenverfahren geringere Anwaltskosten anfallen, da Rechtsvertreter oft Hunderte von Mandanten mit ähnlichen Angelegenheiten betreuen. Spezialisierte Anwaltskanzleien hatten Fälle in Kundenverfahren gegen manipulierende Autohersteller standardisiert bearbeitet. „Die Effizienzgewinne aus einer solchen Massenbearbeitung müssen an den Mandanten weitergegeben werden – und damit zu einer Reduzierung der Anwaltskosten führen, sowohl außergerichtlich als auch in gerichtlichen Verfahren“, fordert Asmussen.

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