Mittwoch, Oktober 27, 2021
StartWIRTSCHAFTVon Werbeeinnahmen ausgeschlossen: Google geht gegen Klimawandelleugner vor

Von Werbeeinnahmen ausgeschlossen: Google geht gegen Klimawandelleugner vor

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Google und seine Tochtergesellschaft YouTube schließen Inhalte, die den menschengemachten Klimawandel leugnen, von den Werbeeinnahmen aus. Die wirtschaftlichen Folgen sind begrenzt.

Google will keine Werbung mehr um Inhalte schalten, die „dem wissenschaftlichen Konsens über die Existenz und die Gründe des Klimawandels widersprechen“. Das Unternehmen will auch keine Anzeigen mehr zulassen, die solche Ansichten bewerben.

„In den letzten Jahren haben immer mehr unserer Werbepartner Bedenken geäußert, dass Anzeigen mit ungenauen und falschen Behauptungen über den Klimawandel geschaltet werden“, sagte das Unternehmen. Für Inhalte, die den Klimawandel als Scherz oder Betrug beschreiben oder den langfristigen Trend der Klimaerwärmung leugnen, soll nun keine Werbung mehr zugelassen werden. Dieses Verbot gilt auch für Inhalte und Videos, die bestreiten, dass Treibhausgasemissionen oder menschliche Aktivitäten zum Klimawandel beitragen.

Der Ausschluss von Klimawandelleugnern von den Einnahmen hängt laut Google auch mit den eigenen Bemühungen zusammen, nachhaltiger zu werden und so zum Kampf gegen die globale Erwärmung beizutragen.

Google hat die Werbung zu anderen sensiblen Themen oder Ereignissen bereits eingeschränkt, beispielsweise in Videos über Schusswaffen oder in Inhalten über tragische Ereignisse wie Mord. Dass nun auch die Leugnung des Klimawandels in die Liste aufgenommen wird, ist neu.

Die „wichtige Entscheidung“ von Google, das Geld von Produzenten von Klima-Fehlinformationen abzudrehen, könnte „eine Kehrtwende in der Klimaleugner-Industrie einleiten“, sagte der Kampagnenleiter der Nichtregierungsorganisation Avaaz, Fadi Quran. Drei Wochen vor der UN-Klimakonferenz in Glasgow boomten Fake News zum Klimawandel. „Seit Jahren haben Fehlinformationen über das Klima die öffentliche Meinung verwirrt und politische Maßnahmen gegen den Klimawandel behindert, und YouTube war die Waffe der Wahl“, kritisierte der Koran. Er forderte andere Online-Plattformen wie Facebook auf, dasselbe mit Google und seinem Videoportal zu tun.

Allerdings dürften die wirtschaftlichen Folgen des Werbeverbots nach Einschätzung von Experten gering sein. Google folgt nur dem Mainstream und stellt sich in ein positives Licht, ohne dass die Vormachtstellung des Unternehmens im Werbemarkt auch nur ansatzweise gefährdet ist und ohne dass Google auf hohe Einnahmen verzichten muss.

Inzwischen sind auch Werbeagenturen bei bestimmten Themen vorsichtiger geworden. So hat beispielsweise die US-Agentur Forsman & Bodenfors zugesagt, ihre Arbeit für Öl- und Gasproduzenten einzustellen. Greenpeace und andere Umweltgruppen werfen Ölkonzernen wie Chevron vor, ihr Image in der Öffentlichkeit ständig falsch darzustellen, um klimafreundlich und vielfältig zu erscheinen, während das Geschäftsmodell darin besteht, klimaschädliche fossile Brennstoffe zu fördern. Konkurrent Exxon sieht sich in mehreren US-Bundesstaaten mit Klagen konfrontiert, in denen dem Ölgiganten vorgeworfen wird, Verbraucher über den Klimawandel in der Werbung irregeführt zu haben.

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