Samstag, Juni 25, 2022
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Vor Saudi-Arabien: Russland verkauft jetzt deutlich mehr Öl an China und Kohle an Indien

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RUssland hat im Mai mehr Öl an China verkauft als je zuvor und ist damit der größte Öllieferant der Volksrepublik. China importierte im vergangenen Monat fast 8,42 Millionen Tonnen Rohöl aus Russland, teilten Zollbeamte in Peking am Montag mit. Das sind fast zwei Millionen Barrel pro Tag (bpd) und 55 Prozent mehr als vor einem Jahr und etwa ein Viertel mehr als im April.

Nach 19 Monaten hat Russland Saudi-Arabien erneut als Chinas größten Öllieferanten verdrängt. Chinesische Unternehmen wie der Raffinerieriese Sinopec profitierten von starken Preissenkungen, nachdem sich westliche Ölkonzerne und Handelshäuser aufgrund von Sanktionen wegen des Ukraine-Krieges aus dem russischen Markt zurückgezogen hatten.

Saudi-Arabien lieferte im Mai 7,82 Millionen Tonnen oder 1,84 Millionen Barrel Öl nach China, neun Prozent mehr Öl als im Vorjahr. Das sind etwa 15 Prozent weniger als im April mit 2,17 Millionen bpd. Im Mai beschloss die Europäische Union, die Einfuhr von russischem Öl weitgehend zu verbieten. Dies betrifft jedoch nur Transporte mit Öltankern auf dem Seeweg. Pipelineöl wurde insbesondere auf Drängen Ungarns vom Embargo ausgenommen. Auch das EU-Embargo soll mit Übergangsfristen greifen.

China ist nicht der einzige Nutznießer westlicher Sanktionen. Auch Indien baut sein Rohstoffgeschäft mit Russland zu Dumpingpreisen aus. Das bevölkerungsmäßig zweitgrößte Land der Welt hat laut internen Daten der indischen Regierung kürzlich seine Kohle- und Ölimporte aus Russland innerhalb eines Jahres vervielfacht. Russische Rohstoffhändler verkaufen Kohle mit bis zu 30 Prozent Rabatt an indische Käufer, sagten mehrere Insider. Der russisch-indische Kohlehandel dürfte auch im Juni florieren, wie die Versanddaten von Refinitiv Eikon zeigen.

Inzwischen ist Russland nach dem Irak zum zweitgrößten Öllieferanten Indiens geworden – und hat Saudi-Arabien auf den dritten Platz verdrängt. Denn russisches Öl wird aufgrund des Nachfragerückgangs mit Rekordabschlägen gegenüber anderen Sorten auf den Märkten gehandelt. Indische Raffinerien, die bisher die hohen Transportkosten für russisches Öl scheuten, greifen inzwischen darauf zurück. Indien, das auch einen großen Teil seiner Waffen aus Russland bezieht, versucht, im Ukraine-Krieg eine neutrale Haltung einzunehmen.

Nach Angaben der indischen Regierung hat sich der Wert der indischen Ölimporte aus Russland innerhalb eines Jahres um mehr als das 31-fache auf 2,22 Milliarden US-Dollar erhöht. Verglichen wurde ein 20-Tage-Zeitraum bis zum vergangenen Mittwoch mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im gleichen Zeitraum stieg der Wert der indischen Importe von Kohle und verwandten Produkten um mehr als das Sechsfache auf 331,17 Millionen Dollar.

Laut einem Insider freuen sich indische Kunden wie Kraftwerksbetreiber und Zementhersteller über die Zugeständnisse ihrer russischen Lieferanten, die sogar auf die übliche Zahlung in Dollar verzichten. „Russische Händler sind großzügig mit Zahlungsmethoden und akzeptieren auch indische Rupien und VAE-Dirham“, sagte der Insider. „Preisnachlässe sind attraktiv und dieser Trend zu höheren Kohleimporten aus Russland wird sich fortsetzen.“ Filialen russischer Kohlehändler wie Suek AG, KTK und Carbo One in Dubai, Singapur und anderswo haben Preisnachlässe von 25 bis 30 Prozent angeboten, sagten mehrere Insider.

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