Sonntag, November 28, 2021
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Warnung vor Kaufkraftverlust EZB-Mitarbeiter fordern Inflationsanpassung

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Noch müssen sich die Verbraucher in Deutschland auf steigende Preise einstellen, verdienen aber oft nicht mehr. Um ihre Gehälter vor Inflation zu schützen, fordern die Mitarbeiter der EZB eine Erhöhung. Gewerkschafter erheben auch Vorwürfe gegen ihren Arbeitgeber.

Während die Europäische Zentralbank (EZB) mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent anstrebt, könnten die Preise in Deutschland – wo die EZB ihren Sitz hat und viele Mitarbeiter leben – diesen Monat laut Bundesbank um fast sechs Prozent steigen. Um ihre Gehälter vor Inflation zu schützen, fordert die Personalgewerkschaft der EZB, die diesjährigen Gehaltsanpassungen zu erhöhen. Die von der EZB vorgeschlagene Erhöhung um 1,3 Prozent „schützt unsere Gehälter nicht mehr vor Inflation“, zitierte das Finanzportal Bloomberg aus einer E-Mail an die Mitarbeiter.

Die Diskrepanz zwischen der vorgeschlagenen Erhöhung und den Lebenshaltungskosten führt laut Gewerkschaft zu einem „dauerhaften Kaufkraftverlust“ der Beschäftigten. „Selbst wenn der Inflationsanstieg nur vorübergehend ist – was wir alle hoffen – haben wir keine Garantie, dass wir unsere Verluste wieder wettmachen“, heißt es in der E-Mail. „Die EZB kann (oder will?) ihre eigenen Mitarbeiter nicht vor den Folgen der Inflation schützen!“

Die Methode zur Anpassung der Gehälter für Mitarbeiter der EZB orientiert sich derzeit an der Lohnentwicklung bei den nationalen Zentralbanken und anderen europäischen Institutionen und ist nicht an den Arbeitsort gebunden. Die Gewerkschafter plädieren für einen Indexierungsmechanismus, der Lohnerhöhungen an die Inflation in Deutschland oder der Eurozone koppelt. Bei einem solchen Modell befürchten die politischen Entscheidungsträger jedoch, dass die Löhne in den Volkswirtschaften der Region zu schnell steigen und höhere Preise zu einem dauerhaften Problem werden.

Bei einer Anhörung im Europäischen Parlament in der vergangenen Woche bezeichnete EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Abkehr von Indexsystemen seit den 1970er Jahren als „eine Verbesserung“. Laut Bloomberg dürfte jedoch gerade dieser Wandel in Verbindung mit der geringen Verhandlungsmacht der Gewerkschaften zu der verhaltenen Lohn- und Preisentwicklung der letzten zehn Jahre beigetragen haben – in denen die EZB Konjunkturmaßnahmen ergriffen hat, um deflationäre Risiken.

„Wir werden keine Inflation oder Lohn-Preis-Spirale schaffen, wenn wir die Gehälter der EZB-Mitarbeiter an die Inflation anpassen“, sagte Carlos Bowles, Vizepräsident der Gewerkschaft und Ökonom bei der EZB. „Wenn die EZB bei der Inflation eine Rolle spielt, dann durch ihre Geldpolitik und nicht durch den Mechanismus, mit dem sie die Gehälter ihrer Mitarbeiter anpasst.“

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