Samstag, Mai 14, 2022
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Weizen, Gerste, Roggen: Die Importpreise für Getreide sind um mehr als 50 Prozent gestiegen

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Der Krieg in der Ukraine treibt die Getreidepreise so hoch wie seit elf Jahren nicht mehr. Die Importpreise sind im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 53,6 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. „Letztmals gab es im Mai 2011 eine höhere Änderungsrate“, hieß es. Damals lag das Plus sogar bei 74 Prozent, wenn es unter anderem witterungsbedingte Ernteausfälle gab. Die Erhöhungen gelten für alle Getreidesorten: Weizen beispielsweise kostete 65,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, ebenso Gerste, Roggen und Hafer. Nicht ganz so hoch war der Maispreis mit 37,4 Prozent.

„Allerdings waren die Preise für importiertes Getreide bereits vor dem Ukrainekrieg deutlich gestiegen“, erklärten die Statistiker. Seit Januar 2021 liegt der Zuschlag konstant im zweistelligen Bereich. „Die Gründe für den Preisanstieg sind vielfältig: hohe weltweite Nachfrage und Angebotsverknappung aufgrund schlechter Wetterbedingungen in wichtigen Anbauländern wie den USA, Kanada, Australien und Südamerika, hohe Düngemittelpreise sowie steigende Transport- und Energiekosten“, sagt das Bundesamt. „Der Ukraine-Krieg hat den Preisanstieg noch verstärkt.“

Nach Angaben der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) stecken in der Ukraine rund 25 Millionen Tonnen Getreide fest. „Es ist eine geradezu groteske Situation, die wir derzeit in der Ukraine erleben“, sagte FAO-Experte Josef Schmidhuber. Die Getreidemenge könne eigentlich exportiert werden, „kann das Land aber allein schon wegen der fehlenden Infrastruktur und der Blockade der Häfen nicht verlassen“.

2021 wurden mehr als elf Millionen Tonnen Getreide im Wert von 3,2 Milliarden Euro nach Deutschland importiert – aber nur zwei Prozent davon kamen aus der Ukraine und Russland. Wichtigster Getreideimport ist Weizen: Mit einem Importvolumen von 3,9 Millionen Tonnen macht er mehr als ein Drittel der Getreideimporte aus. Tschechien, Polen und Frankreich waren 2021 die Hauptherkunftsländer für Weizen. 70,7 Prozent kamen aus diesen Ländern. Mit einem Importanteil von 26,0 Prozent ist Mais die zweitwichtigste Getreideart, gefolgt von Gerste mit 13,4 Prozent.

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