Dienstag, Oktober 26, 2021
StartWIRTSCHAFTWeltwirtschaft: IWF senkt Wachstumsprognose leicht

Weltwirtschaft: IWF senkt Wachstumsprognose leicht

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DDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das Weltwirtschaftswachstum in diesem Jahr um marginale 0,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent gesenkt. Wie in der vorherigen Prognose vom Juli erwartet der IWF für 2022 weiterhin ein Wachstum von 4,9 Prozent, wie die Organisation am Dienstag mitteilte.

Hinter der leichten Änderung der globalen Wachstumsprognose verbergen sich jedoch deutliche Herabstufungen für einige Länder, wie Chefökonomin Gita Gopinath erklärte. „Die Aussichten für die ärmeren Entwicklungsländer haben sich deutlich eingetrübt“, schrieb Gopinath mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Auch die kurzfristigen Aussichten der Industrieländer haben sich unter anderem aufgrund von Problemen mit globalen Lieferketten verschlechtert. Die Herabstufungen würden teilweise durch bessere Wachstumsaussichten für Rohstoffexporteure ausgeglichen, die von höheren Preisen profitieren.

Für Deutschland korrigierte der IWF seine Prognose für dieses Jahr um 0,5 Prozentpunkte nach unten: Das Bruttoinlandsprodukt soll 2021 um 3,1 Prozent wachsen. Für 2022 rechnet der IWF mit einem starken Wachstum von 4,6 Prozent. Der IWF hob seine Prognose für die Eurozone für 2021 um 0,4 Prozentpunkte auf 5 Prozent an – unter anderem unterstützt durch stärker erwartete Wachstumsraten in Italien und Frankreich.

Die Wachstumsprognose für die USA, die größte Volkswirtschaft der Welt, hat der IWF in diesem Jahr um einen Prozentpunkt auf 6 Prozent gesenkt und für 2022 leicht auf 5,2 Prozent angehoben.

Der IWF geht davon aus, dass sich die zuletzt stark gestiegene Inflationsrate Mitte nächsten Jahres normalisieren wird. Die hohe Inflationsrate sei vor allem auf temporäre Faktoren wie die Erholung nach der Corona-Krise, die Verknappung bestimmter Produkte wie Mikrochips und Probleme mit globalen Lieferketten zurückzuführen, teilte der IWF am Dienstag mit. Auch höhere Energiepreise spielten eine Rolle. Bis Mitte 2022 wird die Inflationsrate jedoch für den größten Teil der Welt „wahrscheinlich“ wieder auf das Niveau vor der Pandemie sinken.

Die Notenbanken müssten daher in ihrer Geldpolitik vorerst „einen schmalen Grat gehen“. Sie müssten das Inflationsrisiko und finanzielle Risiken gegen die Unterstützung der Konjunkturerholung abwägen, sagte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath. „Die Zentralbanken sollten bereit sein, schnell zu handeln, wenn die Gefahren steigender Inflationserwartungen in dieser beispiellosen Erholung greifbarer werden“, schrieb Gopinath.

Für die Industrieländer erwartet der IWF laut seiner neuen Wirtschaftsprognose eine Inflationsrate von 2,8 Prozent in diesem Jahr und 2,3 Prozent im nächsten Jahr. In der vorherigen Prognose vom Juli hatte der IWF noch 2,4 Prozent und 2,1 Prozent prognostiziert.

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