Donnerstag, Januar 20, 2022
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Weltwirtschaftsforum: Klimawandel und soziale Spaltung sind große Risiken

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DDie Corona-Krise hat vor allem die sozialen Probleme in der Welt verschärft und bedroht den sozialen Zusammenhalt, die Lebensgrundlage ärmerer Menschen und die psychische Gesundheit. Mittel- und langfristig dominieren jedoch Klimasorgen die Liste der gravierendsten Risiken für die Erde. Das sind die Ergebnisse der jährlichen Umfrage des Weltwirtschaftsforums (WEF) im Global Risk Report 2022, die am Dienstag vorgestellt wurde. Die durch das Coronavirus ausgelöste Krise hat den sozialen Zusammenhalt untergraben und die materiellen Lebensgrundlagen untergraben. Mit der derzeit divergierenden wirtschaftlichen Erholung von der Pandemie verstärke sich die globale Spaltung, betonte WEF-Geschäftsführerin Saadia Zahidi.

„Das Hauptrisiko sind derzeit wachsende Ungleichheit und soziale Krisen“, sagte WEF-Präsident Børge Brende bei der Vorstellung des Berichts. Die Antwort darauf ist „Stakeholder-Kapitalismus“. Dadurch werden sich Unternehmen ihrer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt bewusst. Zu den kurzfristigen Folgen der Corona-Krise zählt Brende auch die globalen Lieferkettenprobleme und den „enormen Inflationsdruck“. In der Umfrage betonen die befragten Manager, Politiker und Experten auch mehr Probleme mit der psychischen Gesundheit, steigende Schulden und zunehmende Bedrohungen der Cybersicherheit durch Hackerangriffe unter den kurzfristig erhöhten Risiken.

Laut Umfrage werden die ökologischen Risiken in den nächsten fünf bis zehn Jahren dominieren. Die Umfrageteilnehmer befürchten, dass der Klimaschutz versagt, es mehr Extremwetterereignisse geben wird und die Artenvielfalt zurückgeht. Wie bei früheren Gelegenheiten benutzte Brende, ein ehemaliger norwegischer Handels- und Umweltminister, den starken Satz „der Planet brennt“. Der UN-Klimagipfel COP26 in Glasgow im Herbst brachte Fortschritte in Richtung der Emissionsziele, die Versprechen wurden jedoch nicht umgesetzt. Dies führt eher zu einer Erwärmung um 2 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit.

Auch Peter Giger, Chief Risk Analyst der Zurich Versicherung, betonte die Gefahren des Klimawandels. Die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen der Corona-Krise erschwerten eine Reaktion. Die „grüne Transformation“ sei notwendig, aber sie werde „disruptiv und ungeordnet“ sein, sagte Giger. „Wie bei jeder Transformation wird es Gewinner und Verlierer geben.“ Ganze Industrien und Sektoren würden verschwinden. Immer mehr Unternehmen sehen die Transformation als strategische Chance. Laut WEF-Bericht verschärft die chaotische Transformation die Ungleichheiten in der Welt.

Viele WEF-Befragte sind sich auch der wachsenden Bedrohung durch Hackerangriffe auf Computersysteme bewusst. „Cyberangriffe wachsen schneller und werden immer teurer“, sagt Carolina Klint vom Beratungs- und Versicherungsmaklerunternehmen Marsh. Hacker stehlen oder blockieren Daten und wollen Lösegeld erpressen. Die Angriffe richten sich gegen kritische Infrastrukturen und andere Institutionen, die Regulierung der Cybersphäre sei unzureichend, warnte Klint. Der Wettlauf ins All mit dem Weltraumtourismus ist auch ein Risiko, weil der Weltraum immer mehr vermüllt wird.

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