Dienstag, Dezember 7, 2021
StartWIRTSCHAFTWeniger Auswahl beim Einkaufen Das Lebensmittelangebot in Großbritannien schrumpft

Weniger Auswahl beim Einkaufen Das Lebensmittelangebot in Großbritannien schrumpft

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Großbritannien leidet immer noch unter dem Lkw-Fahrermangel. Währenddessen müssen Supermärkte ihr Sortiment reduzieren. Für die Verbraucher hat dies drastische Folgen: Sie haben bereits weniger Lebensmittel und Alkohol zur Auswahl. Dies könnte sich in der Weihnachtszeit noch verstärken.

Wegen fehlender Lkw-Fahrer müssen sich die Menschen in Großbritannien zur Weihnachtszeit auf weniger Essen und alkoholische Getränke einstellen. „Der Lkw-Fahrermangel hat bereits einige Lücken in den Regalen hinterlassen und die Situation könnte sich in der Vorweihnachtszeit noch verschärfen“, sagte Andrew Opie vom British Retail Consortium (BRC). Der Einzelhandel würde Lebensmittel und andere traditionelle Weihnachtsprodukte bevorzugen.

Es dauert derzeit zwei bis drei Tage, um frische Lebensmittel von den Häfen zu den Supermärkten zu bringen, sagte der Chef der Cold Chain Federation, Shane Brennan. Die Zustellung am selben Tag oder spätestens am nächsten Tag ist normal. Bei Tiefkühlkost ist dieser Bereich von zwei auf drei auf fünf bis sechs Tage angewachsen.

Der Branchenverband der Alkoholproduzenten Wine & Spirit Association (WSTA) berichtete, dass einige Mitglieder nun 15 statt 2 bis 3 Tage brauchen, um Bestellungen abzuschließen. „Bei Wein und Spirituosen erleben wir bereits erhebliche Verzögerungen bei den Lieferzeiten“, sagte WSTA-Chef Miles Beale. „Das treibt die Kosten in die Höhe und schränkt die Produktpalette ein, die britischen Verbrauchern zur Verfügung steht.“ Ankunftszeiten von Fahrern und Fahrzeugen werden immer unberechenbarer, schrieb der Verband in einem offenen Brief an Verkehrsminister Grant Shapps. Dies führt dazu, dass Ware nicht rechtzeitig bereitsteht oder lange auf die Abholung wartet. Nun drohten Geschäftseinbußen.

Zudem stiegen die Kosten: Speditionen hatten die Zustellgebühren um sieben Prozent erhöht, um die Gehälter der Fahrer zu erhöhen. Dies ist besonders für kleinere Unternehmen überwältigend. Brennan von der Cold Chain Association bestätigte, dass die Branche der Produktlieferung Priorität einräumen muss. „Es geht nicht um Engpässe, sondern um Vereinfachung“, sagte er vor einem Parlamentsausschuss in London.

Dabei spielten Reichweiten und Stückzahlen eine Rolle. Es geht darum, einige Produkte „strategisch“ zu reduzieren, damit die Dinge, die man erwartet, auch in den Regalen stehen. BRC-Experte Opie rief die Verbraucher zur Rücksichtnahme auf. Sie sollten Ihr Einkaufsverhalten nicht ändern.

Großbritannien sucht seit langem verzweifelt nach Lkw-Fahrern. Nach Angaben der Road Haulage Association fehlen bis zu 100.000 Lkw-Lenker. Auch in anderen Ländern wie Deutschland ist das Problem groß. Aber wegen der strengen Einwanderungsregeln seit dem Brexit ist Großbritannien härter betroffen. Im Herbst stellte die Regierung ausländischen Fahrern bis zu 4.700 Sondervisa zur Verfügung. Wie viele Bewerbungen es gibt, wollte sie aber auf Nachfrage nicht sagen. In ihrem offenen Brief forderte die WSTA eine deutliche Verlängerung der befristeten Visumbefreiung auf mindestens ein Jahr.

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