Mittwoch, Oktober 20, 2021
StartWIRTSCHAFTZahlen unerwartet stark: Chinas Exporte steigen um 28 Prozent

Zahlen unerwartet stark: Chinas Exporte steigen um 28 Prozent

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Der Boom der chinesischen Exporte hält an. Im September stiegen die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft in Dollar um 28,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie die Zollbehörden am Mittwoch in Peking mitteilten. Der Anstieg war noch höher als im Vormonat, als die Expertenerwartungen mit einem Plus von 25,6 Prozent bereits übertroffen worden waren. Die Importe hingegen wuchsen mit nur 17,6 Prozent langsamer als prognostiziert, nachdem sie im August noch um 33,1 Prozent gestiegen waren.

China kaufte jedoch auffallend wenig in Deutschland ein. Die Einfuhren aus Deutschland gingen laut Zollstatistik im September sogar um 2,4 Prozent zurück. Hingegen exportierte China satte 37,5 Prozent mehr nach Deutschland. Die chinesischen Exporte in die EU stiegen ebenfalls um 30,6 Prozent, während die Importe nur um 1,1 Prozent zunahmen.

Chinas Handelsbilanzüberschuss stieg auf 66,76 Milliarden Dollar (Vormonat: 58,3 Milliarden Dollar). Das starke Wachstum der chinesischen Exporte ist allerdings auch vor dem Hintergrund der niedrigen Vergleichsbasis im Vorjahr zu sehen, als die Auswirkungen der Pandemie nur langsam nachließen.

Die Exporte in die USA, die seit drei Jahren einen Handelskrieg mit China führen, stiegen um 30,6 Prozent. Die Importe stiegen um 16,6 Prozent. Zur Beilegung des Konflikts fordert Washington eine deutliche Erhöhung der chinesischen Importe aus den USA, die Peking versprochen, aber noch nicht erreicht hat.

Die starken Exportzahlen überraschten Experten, die mit Verweis auf die wochenlang anhaltende Stromknappheit in China und die anschließenden Produktionsausfälle mit einem geringeren Anstieg gerechnet hatten. Es wurde sogar davon ausgegangen, dass die bisher weltweit starke Nachfrage nach Waren „Made in China“ leicht zurückgehen könnte.

Die Energieknappheit dämpfte im September die Industriekonjunktur in China. Durch den Umstieg auf sauberere Energien, steigende Nachfrage bei geringerer Produktion und massiv gestiegene Kohlepreise fehlt in vielen Regionen Chinas ausreichend Strom. Fabriken werden oft nur kurz angewiesen, täglich ihre Produktion einzustellen, um Strom zu sparen.

Rationierung und Knappheit sollen nach Einschätzung von Experten durch die bevorstehende Heizperiode im Winter zunehmen und bis ins Frühjahr hinein andauern.

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