Montag, Januar 24, 2022
StartWIRTSCHAFTZero-Covid-Strategie Hongkong streicht Transitflüge aus 153 Ländern

Zero-Covid-Strategie Hongkong streicht Transitflüge aus 153 Ländern

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Im Rahmen seiner Null-Covid-Politik führt China ein strenges Regiment. Hongkong verbietet jetzt Transitflüge aus 153 Hochrisikoländern. Grund dafür ist die steigende Zahl von omicron-Infektionen im neuen Jahr. Auch auf dem Festland dürfen kaum internationale Flüge ankommen.

Der internationale Flugverkehr wird immer stärker von der weltweit wieder aufflammenden Corona-Pandemie getroffen. Hongkong etwa kündigte an, ab Sonntag für einen Monat Transferflüge aus rund 150 Ländern weltweit auszusetzen, die als Covid-Hochrisikogebiete gelten. Die von China regierte Insel hat wie China eine Null-Covid-Politik. Das Einreiseverbot betrifft auch Flüge aus Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern mit erhöhten Infektionszahlen.

Damit reagiert die Hongkonger Regierung auf Dutzende Corona-Ausbrüche der omicron-Variante seit Ende vergangenen Jahres. Nach drei Monaten ohne lokale Infektionen wurde die Krankheit den Behörden zufolge von zwei Besatzungsmitgliedern von Cathay Pacific Airways eingeschleppt.

Aufgrund strenger Quarantäneauflagen für Flugzeugbesatzungen ist die Zahl der Frachtflüge bereits so stark gesunken, dass die Regierung vor Versorgungsproblemen und steigenden Preisen gewarnt hat. Lufthansa Cargo fliegt weiterhin mit Luftfracht nach Hongkong, allerdings ohne längeren Zwischenstopp für die Crews, wie eine Sprecherin der Lufthansa-Tochter erklärte. Stattdessen wechselt die Crew in Indien.

China setzte 30 weitere internationale Flüge aus. Dies gilt für Flüge ab Frankfurt und Paris sowie Verbindungen in die USA, Kanada und Australien. Das bedeutet, dass fast keine internationalen Passagierflüge in China ankommen dürfen. Im September gab es nach Behördenangaben ohnehin nur 200 Flüge pro Woche – das sind zwei Prozent des Vorkrisenaufkommens von 2019. Am Donnerstag zählte Shanghai fünf Infektionsfälle, die aus den USA kamen.

Das erneute Aufflammen der Pandemie weltweit verschlechtert die Aussichten für den internationalen Luftverkehr im ersten Quartal. Anders als noch vor einigen Monaten können strengere Reisebeschränkungen in vielen Ländern auch Geimpfte treffen, da auch für sie das Ansteckungsrisiko gestiegen ist. „Es herrscht Ungewissheit, wenn Covid erwischt wird, wie er unvorhersehbar im Ausland feststeckt“, sagte Joszef Varadi, Chef der ungarischen Billigfluggesellschaft Wizz.

Die Fluggesellschaft hat Linienflüge in die Vereinigten Arabischen Emirate. Aber es gibt immer noch Nachfrage von Reisenden, die bereit sind, Risiken einzugehen. Der Chef des internationalen Airline-Verbands IATA, Willie Walsh, sagte diese Woche, das erste Quartal werde schwieriger als erwartet. Denn seit Dezember gehen die Buchungen zurück.

Nach Daten des Reiseforschers Forwardkeys werden derzeit 38 Prozent des Vorkrisenniveaus internationaler Flüge angeboten, nach 58 Prozent im Oktober. Omicron führe vielerorts zu kürzeren Fristen für notwendige Corona-Tests vor dem Abflug und auch zu Personalengpässen bei Airlines aufgrund steigender Krankheitszahlen, erklärte Olivier Ponti von Forwardkeys. Letzteres betraf vor allem Fluggesellschaften aus den USA und Australien, aber auch Finnair in Europa.

Laut dem Reisedatenanbieter OAG wurden in dieser Woche mit einem Minus von 7,2 Prozent weltweit so viele Flüge gestrichen wie seit sechs Monaten nicht mehr. Bei der Lufthansa zählten die Datensammler ein Minus von 17 Prozent. Die Airline hatte wegen des pandemiebedingten Nachfragerückgangs vor Weihnachten eine Streichung von 33.000 Flügen angekündigt. Bei Ryanair verzeichnete OAG sogar den Wegfall von 44 Prozent der Flugverbindungen.

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