Samstag, Oktober 16, 2021
StartWIRTSCHAFTZwei Milliarden Angebote. Der Wettbewerb um Zooplus geht in die Endphase

Zwei Milliarden Angebote. Der Wettbewerb um Zooplus geht in die Endphase

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Das Münchner Unternehmen Zooplus soll von der Börse genommen werden, um die internationale Expansion zu ermöglichen. Die beiden interessierten Investoren liegen mit ihren Angeboten für den Online-Händler für Heimtierbedarf auf einer Seite. Aber einer der Bieter hat einen kleinen Vorteil.

Die Übernahme des Münchner Online-Heimtierbedarfshändlers Zooplus entwickelte sich zu einem Schneckenrennen. Der kalifornische Finanzinvestor Hellman & Friedman (H&F) hat mit dem Angebot der schwedischen Investmentgesellschaft EQT gleichgezogen und bietet nun auch für Zooplus 470 Euro je Aktie, zehn Euro mehr als bisher und insgesamt 3,6 Milliarden Euro. Zooplus-Aktionäre haben somit die Wahl zwischen zwei finanziell gleichwertigen Angeboten.

Beide Bieter sehen offenbar keinen großen Spielraum mehr für eine weitere Erhöhung. H&F hat jedoch einen Vorteil. Gut 17 Prozent der Anteile haben sich die Amerikaner bereits von mehreren Großaktionären gesichert – darunter die RAG-Stiftung und der Investor Luxempart. Sie sind wieder an ihr Engagement gebunden, denn H&F ist nachgezogen. Nun ist EQT wieder an der Reihe, wenn die Schweden nicht ins Hintertreffen geraten wollen. „Wir nehmen den jüngsten Schritt von Hellman & Friedman zur Kenntnis“, sagte eine Sprecherin.

EQT hatte kürzlich sein Angebot um weitere 70 Millionen Euro aufgestockt, H&F tut jetzt nur noch das Nötigste, um sich seinen Vorsprung zu sichern. Die Zooplus-Aktionäre wetten, dass die 470 Euro nicht das letzte Wort im Poker sind. Die Aktie im Small-Value-Index SDax bröckelte am Freitag nur unwesentlich auf 480,80 Euro. Die Zooplus-Aktionäre haben bis zum 3. November Zeit, eines der beiden Angebote anzunehmen.

Das Angebot von H&F, das eigentlich nur bis zum 12. Oktober läuft, wird nach deutschem Übernahmerecht entsprechend verlängert. Im schlimmsten Fall könnten beide nach derzeitigem Stand an ihrer Bedingung scheitern, mehr als 50 Prozent an Zooplus zu bekommen. Beide wollen Zooplus von der Börse nehmen.

Nun wird mit Spannung erwartet, wie sich das Zooplus-Board offiziell im EQT-Angebot positionieren wird. Er hatte sich für das Angebot von Hellman & Friedman ausgesprochen und ist an seine Empfehlung aus dem Vertrag mit den Amerikanern gebunden. „Hellman & Friedman ist weiterhin entschlossen, die vereinbarte langfristige strategische Partnerschaft mit Zooplus umzusetzen“, heißt es in der Mitteilung des Finanzinvestors. Sie haben für Zooplus erhebliche Vorteile.

Zooplus-Chef und Mitgründer Cornelius Patt selbst streckte im Frühjahr vorsichtig die Fühler nach einem Investor aus, der Geld für die Expansion ins Ausland bringen und Zooplus vom kurzfristigen Erfolgsdruck befreien soll, den die Börsennotierung mit sich bringt. Bei H&F wurde er zunächst fündig, doch der Wechsel hatte EQT in den Vordergrund gerückt.

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